Grundschule St. Michael kritisiert ruhende Bauarbeiten

Uellendahl. : Grundschule kritisiert ruhende Bauarbeiten

Schulleiter Michael Goecke äußerte sich in der BV Uellendahl-Katernberg.

In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg hat sich Michael Goecke über die bauliche Situation an der denkmalgeschützten St.-Michael-Grundschule beschwert. Der Schulleiter kritisiert insbesondere die ruhenden Baumaßnahmen auf dem Schulgelände. Baustellen gebe es an einigen Stellen, besonders aber störe ihn die Stilllegung eines maroden Klettergerüsts. „Unser zentrales Spielgerät fehlt“, sagt Goecke. Dadurch hätten die Kinder weniger Möglichkeiten, sich auf dem Schulhof auszutoben.

Auch Lärmschutzmaßnahmen im Gebäude würden noch ausstehen. „Durch den Altbau kommt es zu hoher Lärmbelastung, vor allem auf den Fluren“, erklärt der Schulleiter. Durch die Brandschutzverordnung und folglich fehlender Gardinen oder Schränke würden dem Gebäude wichtige schallschluckende Elemente fehlen. Aus finanziellen Gründen konnten bislang nur zwei Räume mit einer Schallschutzdecke ausgestattet werden. Des Weiteren soll der Dachboden der Schule ausgebaut werden, um Unterrichtsmaterialien einlagern zu können. Diese Baumaßnahme, wie auch der Umbau des Verwaltungstraktes, ruhen aber seit geraumer Zeit. „Viele der Materialien sind in Umzugskartons verpackt und deswegen kaum nutzbar“, sagt Goecke. Die Kollegen seien gezwungen, vermehrt mit Büchern und Kopien zu arbeiten. Schwierig sei die Situation vor allem für Vertretungslehrer, die nicht wissen, wo sie die Materialien finden können. „Wir stehen in der Schwebe“, so Goecke.

Bemängelt werden auch die Toilettenanlagen. „Die Toiletten sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt Gabriele Ebert, Bezirksbürgermeisterin in Uellendahl-Katernberg. Das Wasser fließe nicht zum Abfluss, sondern zu den Wänden, sodass strenge Gerüche entstünden, ergänzt Goecke. Eine für dieses Jahr geplante Sanierung sei zurückgestellt worden. In Zusammenarbeit mit dem Schülerparlament, in dem aus jeder Klasse zwei Kinder sitzen, wurden Regeln aufgestellt, wie die Schüler sich auf den Toiletten zu verhalten haben. Die Hygienesituation hänge vor allem vom Verhalten der Kinder und den Reinigungskräften ab.

„Wir sind stolz auf unsere Schule, das Gebäude ist sehr ansprechend“, sagt Michael Goecke. Er wünscht sich, dass die Baumaßnahmen möglichst bald durchgeführt würden. „Eine Gesamtsanierung ist nicht geplant“, sagt Kathrin Petersen, Pressesprecherin der Stadt Wuppertal. Dieses Jahr würden rund 60 Millionen Euro in noch dringendere Maßnahmen an Schulen investiert werden. Die Sanierung der Toiletten sei aber im Vorhabenprogramm für 2020 enthalten. Für das Klettergerüst sei das Ressort Grünflächen und Forsten zuständig. „Der Etat ist da, es fehlt aber an Personal“, so Petersen. Zu den ausstehenden Lärmschutzmaßnahmen konnte die Stadt auf Anfrage noch keine Auskünfte geben.

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