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Grünflächenamt bewässert den ganzen Tag

Grünflächenamt bewässert den ganzen Tag

Die rund 25 Mitarbeiter haben kaum noch Zeit für Pflegearbeiten. Bäume bilden sich zurück.

Die aktuelle Hitzeperiode verlangt dem Grünflächenamt der Stadt alles ab. Die — je nach Urlaubsplan — 20 bis 30 Mitarbeiter kämpfen täglich gegen das Vertrocknen der Pflanzen. „Wir machen außer dem Bewässern fast gar nichts anderes mehr“, sagt Christian Arlt, Abteilungsleiter in der Grünflächen-Unterhaltung. Er schätzt, dass seine Kollegen mehr als doppelt so viel gießen als üblicherweise zu dieser Jahreszeit.

Selbst der Regen am Wochenende habe die außergewöhnliche Lage nicht entschärft. Der Boden sei so trocken, dass das Wasser nicht tiefer eindringen konnte. „Wir bräuchten einen schönen Landregen über mehrere Tage“, sagt Arlt. Er ist froh, dass Polizei und Feuerwehr sich in den vergangenen Tagen um die Bäume gekümmert haben. Deren zusätzliche Bewässerung wäre schlicht nicht zu leisten gewesen, so Arlt.

Ein Augenmerk hat das Grünflächenamt auf den Erhalt der besonderen Beete im Stadtgebiet, deren Wiederherrichtung viel Geld und Arbeit kosten würde. Als Beispiele nennt Arlt die Rhododendren auf der Hardt oder die Staudenflächen im Engelsgarten.

Auch viele Grasflächen im Stadtgebiet leiden unter der Hitze und sind mit braunen Stellen übersäht — zu sehen etwa an der B7 oder am Johannisberg. Doch da können Arlt und seine Kollegen nichts tun. „Wir sprengen keinen Rasen. Das schaffen wir nicht und das ist auch ökologisch nicht vertretbar“, sagt der Verwaltungsmann. Schließlich regeneriere sich die Graspflanze nach den nächsten Regenfällen schnell wieder von alleine.

Eine Ausnahme wird am Döppersberg gemacht. Einer der Grashügel auf dem neuen Vorplatz ist bereits mit Rollrasen ausgestattet und wird nun bewässert, um das Grün zu erhalten. Diese prominenten Grasflächen sollen auch in Zukunft regelmäßig gesprengt werden. Arlt: „An dieser Stelle geht es ums Erscheinungsbild.“

Ganz unbeschadet werden die Bäume die Hitzeperiode wohl nicht überstehen, glaubt Arlt. „Wir haben die Vermutung, dass sich einzelne Äste zurückbilden.“ Tote Bäume im Stadtbild hätten aber nichts mit der Hitze zu tun. „Die waren dann schon vorher krank.“

Um den Tageszeiten mit den höchsten Ozonwerten auszuweichen, beginnt das Grünflächenamt bereits um 6.30 Uhr mit der Arbeit und ist in der Regel um 15.45 Uhr durch. Die Mitarbeiter tragen Sommer-Arbeitskluft und bekommen Sonnencreme gestellt. Trotzdem zehre die Hitze an den Kräften. „Wir müssen darauf achten, dass es mehr Pausen gibt und viel getrunken wird. Alles andere wäre fahrlässig“, sagt Arlt.