Großjagd auf Wildschweine

Großjagd auf Wildschweine

Allein in Wuppertal waren am Samstag mehr als 80Jäger im Einsatz. Fünf Tiere wurden im Stadtgebiet erlegt – im Ennepe-Ruhr-Kreis waren es 30.

Wuppertal. Sie war von langer Hand geplant und soll nach dem Jahreswechsel wiederholt werden: Bei einer revierübergreifenden Drückjagd in Wuppertal und im benachbarten Ennepe-Ruhr-Kreis waren am Samstag etwa 200 Jäger im Einsatz, um Wildschweine zu erlegen. Insgesamt 35 Tiere wurden geschossen - davon fünf auf Wuppertaler Gebiet an der Stadtgrenze zu Remscheid.

"Mit diesem Ergebnis sind wir aus Wuppertaler Sicht erst einmal zufrieden", erklärt Frank Auer, Jagdaufseher in Herbringhausen, auf WZ-Nachfrage. Im Vergleich zum EN-Kreis habe man eine weitaus kleinere Fläche bejagt - unter anderem am Ehrenberg, in Beyenburg, Marscheid, Frielinghausen und auch an der Herbringhauser Talsperre.

Federführend bei der Organisation dieser Drückjagd war der Ronsdorfer Hegering, der sich wochenlang auf den Einsatz vorbereitet hat. Anlaufstelle der Wuppertaler Jäger war eine Versogungshalle an der Windfoche, wo am Samstag allein 80 Teilnehmer aufliefen. Insgesamt schätzt Auer, dass in Wuppertal etwa 120Jäger im Einsatz waren.

Zu Zwischenfällen sei es bei der mehrstündigen Jagd nicht gekommen. Zuvor wurde, wie berichtet, auch in Wuppertal vor Waldspaziergängen und vermehrtem Wildwechsel warnt.

Große Probleme mit Schäden durch Wildschweine gibt es nach Auskunft von Förstern und Jägern nach wie vor im Raum Cronenberg, Sudberg und insbesondere auch im Burgholz. Wildschweine dort in massiver Form zu jagen, werde durch das angrenzende Autobahnkreuz Sonnborn erschwert, erklärt Auer: "Die Gefahr ist groß, dass Wildschweine bei einer Drückjagd auf die Autobahn laufen."

Wie das enden kann, erlebten Autofahrer erst vor wenigen Wochen auf der A 1, als nachts eine Wildschwein-Rotte auf Wanderschaft auf die Autobahn lief und es zu Verkehrsunfällen kam - damals blieb es in Ronsdorf noch bei Blechschäden. Neben großer Unfallgefahr sind es vor allem die Wühl-Schäden in Wäldern und auf landwirtschaftlichen Flächen, die nach dem Durchzug von Wildschweinen auch in Wuppertal für hohe Sachschäden sorgen. Ihnen sollen die übergreifenden Drückjagden zuvorkommen. "Mein Eindruck ist, dass es vor zwei Jahren in Wuppertal aber noch wesentlich schlimmer ausgesehen hat", erklärt Auer. Das könne sich bei einer ungebremsten Ausbreitung der Wildschweine aber schnell ändern: Wie berichtet, wurden 2010 nun auch im Wuppertaler Westen Schäden durch Wildschweine gemeldet - und immer mehr Tiere verlieren ihre Scheu vor Menschen.

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