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Großer Auftritt für die Posaunen

Großer Auftritt für die Posaunen

Beim vierten Orgelakzent standen die vier Blechbläser des Sinfonieorchesters im Rampenlicht. Auch Domorganist Winfried Bönig begeisterte.

Wuppertal. Die Posaunen sitzen bekanntlich hinten im Orchester vor der Schlagzeugabteilung. Man hört sie zwar, nimmt sie dennoch nicht immer so richtig wahr. Denn solistisch treten sie selten in den Vordergrund. Ist aber der Sound etwa bei großen Sinfonien und Opern richtig klasse, haben sie einen nicht unwesentlichen Anteil daran.

Nun gab es im Rahmen des vierten Orgelakzents dieser Spielzeit einmal die Gelegenheit, die vier Blechbläser des Sinfonieorchesters Wuppertal im hellen Rampenlicht zu erleben. Jetzt standen sie also ganz alleine vorne an der Bühne im Großen Saal der Stadthalle: Rosen Rusinov, Csaba Rabi, Matthias Haakh und Ulrich Oberschelp. Doch von Lampenfieber war nichts zu merken. Ein abwechslungsreiches, nicht leichtes Programm hatten sie sich ausgesucht. Aus der Barockzeit gab es ein Concerto aus der Feder von Georg Philipp Telemann.

Joseph Haydns „Vollendet ist da große Werk“ aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ kam nicht zu kurz. Aus dem ersten der drei Klavierheften „Frösöblomster“ (Blumen der Insel Frösö) des schwedischen Komponisten Wilhelm Peterson-Berger spielten sie die Posaunenbearbeitungen Sommersang (Sommerlied), Vid Frösö kyrka (Sonntagsstimmen) und Gratulation.

Auch der zeitgenössische englische Trompeter und Komponist Philip Sparke wurde mit seinem dreisätzigen „Tokyo Triptych“ nicht vernachlässigt. Mit perfektem Ansatz und einer lupenreinen Intonation präsentierten sie diese Nummern. Ein ausgewogenes, differenziertes Klangbild, hohe Virtuosität, gestochen scharf akzentuierte Rhythmen und eine bewegliche Tongebung begeisterten zudem.

Winfried Bönig schlug ebenfalls das Publikum in seinen Bann. Der Kölner Domorganist hatte zwei Sätze aus der monumentalen achten Orgelsinfonie Charles Marie Widors und den „Marche pontificale“ (bischöflicher Marsch) von Sigfrid Karg-Elert mit im Gepäck. Damit demonstrierte er seine ganz große Klasse. Das An- und abschwellen von Lautstärken, Wechseln der Klangfarben und das Spiel mit Kontrasten ließen keine Wünsche offen. Er reizte die mannigfaltigen Möglichkeiten der Stadthallenorgel voll aus.

Das Zusammenspiel von Quartett und Organisten rundete das ausgezeichnete Konzert ab. Kongenial führten sie eine Kanzone von Giovanni Gabrieli am Anfang, den Gesang der Geharnischten aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ und zwei Choräle Johann Sebastian Bachs zum Schluss - „Nun danket alle Gott“ (BWV 79) und „Jesus bleibet meine Freude“ (BWV 147) als Zugabe - auf.