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Großbrand in Wuppertaler Firma: Bandweberei Schmitz plant Wiederaufbau

Unglück in Wuppertal : Bandweberei Schmitz will nach Brand nicht aufgeben

Die Ursache kann möglicherweise nicht mehr vollständig geklärt werden. Die Schäden sind laut Polizei zu groß.

Christian Schmitz ist fest entschlossen. Wer die Reste seiner Firma sieht, die verzogenen Stahlträger, das Dach, das in sich zusammengefallen ist, die Skelette der Maschinen, der könnte denken, Schmitz steht vor den Trümmern seiner Existenz. Aber Schmitz gibt sich zuversichtlich. „Nach vier Generationen will ich nicht, dass die Geschichte der Firma hier endet. Das ist kein Weg für mich.“ Schmitz hat die WZ angerufen, will den Weg in die Öffentlichkeit gehen, zeigen, dass die Firma lebt.

Am Donnerstagabend hat das Gebäude der Firma an der Uellendahler Straße gebrannt. Die ganze Stadt konnte die Rauchsäule sehen. Selbst über die Stadtgrenzen hinaus haben Menschen davon berichtet. Die Feuerwehr war mit 100 Leuten vor Ort, hat bis 13 Uhr am Freitag gelöscht. Am Montag riecht es noch immer verbrannt. Von der Halle ist nichts als Schutt und Asche über. Eingerahmt in verzogenen Stahl und zusammengefallene Reste des Dachs.

Schmitz sagt, der Sachschaden gehe in den mittleren einstelligen Millionenbereich. Das Gebäude, die 100 Maschinen. Darunter fielen auch die neuen Teile. Die Fassade wurde erst neu gedämmt, mit Aluminium verkleidet, auf dem Dach hat er gerade erst eine neue Photovoltaik-Anlage installieren lassen. An der linken Seite des Gebäudes steht noch das Gerüst der Firma. Jedenfalls Teile. Schmitz sagt, für die Modernisierung habe er 700 000 Euro ausgegeben. Er habe das als Schritt in die Zukunft gesehen. „Wir wollten den Energieverbrauch reduzieren, den Weg in Richtung Nachhaltigkeit gehen.“ Und dann kam der Brand.

 Christian Schmitz will die Bandweberei wieder aufbauen.
Christian Schmitz will die Bandweberei wieder aufbauen. Foto: Fries, Stefan (fri)

Wirtschaftsförderung will
beim Wiederaufbau helfen

„Am Donnerstag war ich nervlich fertig“, sagt er. Die Firma stand in Flammen. Das Wohnhaus nebenan durften er und seine Familie nur unter Aufsicht betreten, schnell ein paar Sachen holen. Es ist nicht bewohnbar. Alle Leitungen kamen aus der Firma. Die Statik muss noch geprüft werden. Aber es sehe gut aus, sagt Schmitz. Hier wohnt er seit 13 Jahren. Hier hat die Nachbarschaft sich sofort engagiert, geholfen, seinem Sohn ein neues Fahrrad besorgt, der immer auf der Straße unterwegs ist. Schmitz habe das sehr gerührt, sagt er.

Auch die Stadt sei sehr engagiert, habe sofort Hilfe angeboten, kurze Wege eingerichtet. Für Dienstag hat sich die Wirtschaftsförderung angekündigt. Die Stadt hat ein Standardverfahren für Wohnhausbrände. Aber in solchen Fällen werde etwas mehr improvisiert. „Da hängen Existenzen dran“, sagt Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Kessler, natürlich wolle die Stadt schnell helfen.

Auch Schmitz spricht von der sozialen Verantwortung. Er habe 25 Mitarbeiter, um die er sich kümmern müsse. Wo sollen die hin? Der Markt für Textil sei nicht mehr aufnahmefähig in Wuppertal. Hier habe es zu viele Insolvenzen gegeben.

Schmitz will versuchen, sie zu halten. Am Montagnachmittag hat er sie zum Gespräch geladen. Er hatte ohnehin schon Maschinen in der Halle eines Nachbarbetriebs eingemietet. Von dort soll ab kommender Woche wieder produziert werden. Dazu sei sein Vater parallel bei den Webereien unterwegs, um zu sehen, ob sie Maschinen und Produktionskapazitäten frei hätten, damit Schmitz dort mitproduzieren könne. Auch Leihmaschinen will Schmitz einbeziehen. Und dann so schnell wie möglich abreißen und neu bauen.

Ein Nachbar fliegt mit einer Drone über das Gelände, während Schmitz erzählt. Er macht Bilder von oben. Von vorne sieht der Schaden nicht so groß aus. Reste vom Rolltor hängen über einem Sichtschutz. Das Ausmaß wächst, wenn die Perspektive sich ändert. Die Halle ist lang, der Schaden ist vor allem an den Seiten sichtbar. Die Fassade ist weitgehend kaputt, verbogen, löchrig. Drinnen ist alles schwarz, verkohlt, verzogen. Die Polizei sagt, die Brand-Ursache könnte unter Umständen nie geklärt werden. Die Schäden seien zu groß.