Größte Dauerbaustelle der Stadt: Die Uni wird bis 2024 saniert

Größte Dauerbaustelle der Stadt: Die Uni wird bis 2024 saniert

Die Mitglieder des Netzwerkes „Wuppertal aktiv“ informieren sich über die Planungen der Universität auf dem Grifflenberg. 350 Millionen Euro sollen dort in den nächsten Jahren investiert werden.

Wuppertal. Das Leben ist eine Baustelle — ein Motto, das ganz besonders für die Bergische Universität zu gelten scheint. Uni-Kanzler Roland Kischkel macht jedenfalls kein Hehl daraus, dass er Neuankömmlinge an der Uni stets mit dem Gedanken vertraut macht, dass sie den Campus Grifflenberg über viele Jahre als Großbaustelle erleben werden. „Wer hier lebt und arbeitet, wird sich auf eine Baustelle bis 2024 einstellen müssen“, sagte Kischkel gegenüber den Mitgliedern des Vereins und Netzwerks „Wuppertal Aktiv“, die sich im Rahmen eines sehr gut besuchten und prominent besetzten Baustellen-Gesprächs über aktuelle Investitionen an der Bergischen Universität informierten, die selbst das Finanzvolumen des Umbaus Döppersberg — 105 Millionen Euro — in den Schatten stellen.

Das „Entscheidertreffen“ von „Wuppertal aktiv“ fand in einem Container direkt gegenüber dem neuen Hörsaalzentrum der Universität statt, das im Juni eingeweiht werden soll. Dort begrüßten Uni-Rektor Lambert T. Koch und Roland Kischkel Zuhörer, die zuweilen mit einiger Verwunderung reagierten, als die Universitätsleitung Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB) gab.

Diese Zusammenarbeit gestaltet sich nicht gerade unproplematisch, weil das BLB gleichzeitig Bauherr und späterer Vermieter, der Gebäude ist. Die Uni hat weder Einfluss auf die Höhe der Baukosten noch auf die spätere Miete. „Ich halte den BLB wirtschaftlich für ein Desaster“, übte Roland Kischkel offen Kritik.

Zuvor hatte er Eckdaten zum Bau des Hörsaalzentrums genannt, das mit einem Jahr Verspätung im Juni bezugsfertig sein wird. Bei Kosten von 18 bis 19 Millionen Euro und einer Nutzfläche von 3400 Quadratmetern ergibt sich eine stattliche Kaltmiete von 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Die Rechnung für die Uni falle bei der geplanten Sanierung des Uni-Gebäudes am Haspel mit 33 Euro Miete pro Quadratmeter noch ungünstiger aus. Das Land NRW finanziert sowohl den Bau der Universitätsgebäude als auch die späteren Mietkosten — und viele hundert Millionen Euro fließen in diesem Geldkreislauf durch den BLB.

Die Bauvorhaben der Uni stellte Kanzler Kischkel in den großen Rahmen einer landesweiten Sanierungsaktion. In Wuppertal, Paderborn, Siegen, Essen und Duisburg seien in den 1970er Jahren innerhalb kürzester Zeit Gesamthochschulen aus einem „Baukasten“ entstanden. Die Betonbauten müssen nun saniert, entkernt, zum Teil komplett neu aufgebaut werden. Was bis zum Jahr 2024 auf dem Grifflenberg passiert, ist die Erneuerung des Campus bei laufendem Betrieb.

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