Gratis-Internet fürs Luisenviertel

Gratis-Internet fürs Luisenviertel

Guido Gallenkamp sucht Mitstreiter für das von ihm geplante W-LAN-Netzwerk. Er will den freien Internet-Zugang für alle.

Elberfeld. Mal eben schnell E-Mails checken, den Freunden über soziale Netzwerke mitteilen, was man zum Mittagessen hatte und wie es geschmeckt hat — das Internet ist omnipräsent. Dass es aber in der Wuppertaler Innenstadt nur wenige öffentliche Zugänge (Hotspots) gibt und die meisten an Cafés gebunden sind, geht vielen gegen den Strich. Guido Gallenkamp möchte nach und nach das gesamte Luisenviertel mit einem offenen W-LAN-Netzwerk versehen, um so Besuchern, Anwohnern und „Mittagspausen in der Sonne-Genießern“ einen kostenlosen Internetzugang zu bieten.

„Die Idee habe ich schon seit Jahren, aber seit Dezember wird es langsam konkret“, erzählt Gallenkamp. Bezahlt werden müssen die Kabelverbindung und die einzelnen Router, was durch Spenden geschehen soll.

Aber auch Menschen — sowohl Anwohner als auch Cafébetreiber und ansässige Firmen —, die einen Router bei sich aufstellen, müssen noch gefunden werden. Einige Zusagen liegen bereits vor. Für die Aufsteller entstehen dabei lediglich die Kosten des Routers und die geringen Stromkosten, die das Gerät verursacht. „Die Verantwortung für das Netzwerk trägt der, der den Kabelanschluss bei sich legen lässt, in diesem Fall Guido Gallenkamp.

„Die Router in den Cafés geben nur das Signal weiter, sind somit nicht Betreiber“, erklärt Ralf Glörfeld von der Wuppertaler Zelle des Verein Freifunk Rheinland. Um aber den oft von Privatpersonen wie Guido Gallenkamp organisierten Projekten nicht gleich zu Beginn den Hahn abzudrehen, unterstützt der Verein nicht nur bei der Planung und Einrichtung des Netzwerkes, sondern auch bei rechtlichen Fragen. Denn nicht immer begegnen Menschen dem Projekt mit Fairness und bleiben im legalen Rahmen.

Das ist auch einer der Gründe, warum die Stadt den im letzten Jahr von der CDU eingereichten Vorschlag für ein öffentliches, stadtweites W-LAN-Netz abgelehnt hat. Auf Nachfrage erklärt Ulrike Schmidt-Keßler vom Presseamt der Stadt, dass W-LAN wegen der heute weit verbreiteten Smartphones keine Zukunftstechnologie mehr sei und die Kosten zu intensiv seien, um von der Stadt getragen zu werden.

Ralf Glörfeld vom Wuppertaler Freifunk, der bereits erfolgreich die Neue Friedrichstraße und den Mirker Bahnhof in Elberfeld mit offenem W-LAN vernetzt hat, und Guido Gallenkamp sehen jedoch gerade darin die Zukunft: Sie wollen weder ein politisches noch ein kommerzielles W-LAN sondern ein Gemeinschaftsprojekt, das allen den Zugang zum Internet ermöglicht.

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