Grabanlage an der Ehrenhainstraße ist fertig

Grabanlage an der Ehrenhainstraße ist fertig

Der zusätzliche Platz für 60 Urnen- und 15 Erdbestattungen hat rund 30 000 Euro gekostet.

Vohwinkel. Der November ist für trauernde Menschen oft ein besonders emotionaler Monat. An Allerseelen und am Ewigkeitssonntag gedenken die Kirchen der Verstorbenen. Dabei werden unter anderem die Gräber gesegnet und von den Angehörigen geschmückt. Eine würdige Ruhestätte ist für die Trauerbewältigung wichtig. Auch den Verantwortlichen des evangelischen Friedhofs an der Ehrenhainstraße ist das sehr bewusst. Hier wurde gerade eine neue Gemeinschaftsgrabanlage angelegt. Im nordöstlichen Bereich entstanden auf einer Fläche von 530 Quadratmetern 60 Urnengräber und 15 Gräber für Erdbestattungen. Der Friedhofsverband Wuppertal hat in die Erweiterung rund 30 000 Euro investiert. Vergangene Woche wurden die Grabanlage und das dazugehörige Landschaftskonzept offiziell vorgestellt.

„Bei der Entwicklung des neuen Grabfeldes stand als Idee eine Bestattung unter Bäumen im Vordergrund“, erläutert Friedhofsleiter Sebastian Braun. Entsprechend wurde ein kleiner Wald geschaffen, der aus neun Laubbäumen besteht. Darum gruppieren sich die Sarg- und Urnengräber. Die Anlage wird von Wegen aus Natursteinplatten durchzogen. Sie führen zu einem Kreis in der Mitte, wo ein Tulpenbaum gepflanzt wurde. Dieser soll das Zentrum mit einer Wuchshöhe von bis zu 30 Metern betonen. Passend zum kleinen Wald wurde die Gemeinschaftsgrabanlage „Blätterhain“ getauft. Die Vohwinkeler konnten dazu im Vorfeld Namensvorschläge machen.

Pfarrerin Sylvia Wiederspahn ist mit dem Konzept zufrieden. „Es ist eine schöne Anlage geworden, die der Seele guttut und einen würdigen Ort für das stille Gedenken der Angehörigen bietet“, findet sie. Die neue Grabanlage ist komplett „pflegefrei“. „Das bedeutet, dass die Gräber von uns komplett gestaltet, gepflegt, bepflanzt und gegossen werden“, erklärt Sebastian Braun. Dieser Service gilt für 25 Jahre. Dafür müssen Angehörige allerdings deutlich tiefer in die Tasche greifen. An entsprechender Nachfrage fehlt es aber nicht. „Die ersten Urnengräber sind schon verkauft und wir hatten hier zwei Beisetzungen“, sagt der Friedhofsleiter. Er legte beim Bau großen Wert auf eine hochwertige Gestaltung. Das Wegenetz ist in Form einer Wurzel angelegt, die vom mittleren Baum ausgeht. Insgesamt wurden 120 Quadratmeter heimischer Sandstein verlegt. Auch heller Granit kam zum Einsatz.

Mit der neuen Anlage wird die lange Friedhofstradition an der Ehrenhainstraße weitergeführt. Die Ruhestätte entstand 1890 an der Ehrenhainstraße und wurde ständig erweitert. Mit rund elf Hektar Fläche und mehr als 10 000 Grabstellen ist sie heute der viertgrößte Friedhof in Wuppertal. Die angrenzende Kapelle wurde 1931 im Bauhausstil errichtet. Daneben befindet sich seit 2003 eine Trauerstätte für Kinder.

Das Verwaltungsbüro auf dem Friedhof Ehrenhainstraße ist mittwochs von 8.30 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14.15 bis 17.15 Uhr geöffnet. Außerhalb der Öffnungszeiten ist Sebastian Braun telefonisch unter 0160-97725375 erreichbar.

Mehr von Westdeutsche Zeitung