Siedler: Goldener Spaten für den Bremkamp

Siedler : Goldener Spaten für den Bremkamp

In Cronenberg wurde die Auszeichnung verliehen, siegreich waren erneut die Vohwinkeler.

Der sechs Jahre alte Pierre erwies sich als zupackender Typ: Als nämlich seine Mutter Henrike Malangeri als Vorsitzende der Sieger-Siedlung Bremkamp beim „Goldenen Spaten“ als Siegerin aufgerufen wurde, da ging er gleich energisch nach vorn und schnappte sich die glänzende Trophäe. Die wird, seit der frühere Stadtverordnete und Förderer des Siedlungsgedankens, Erich Lawatsch, diesen Wettbewerb 1955 ins Leben gerufen hat, in jedem Jahr neu ausgelobt. Und den Stiel des Siedlerwerkzeugs zieren inzwischen so viele Plaketten der siegenden Siedlungen, dass zukünftig nur noch für fünf Platz ist. Das erklärte Lutz Kosanke, der als Vorsitzender des Kreisverbandes Wuppertal des Verbands Wohneigentum am vergangenen Samstag ins Freizeitheim der Siedlung Wilhelmring in Cronenberg eingeladen hatte.

Dort wurden die Medaillen verteilt, wobei bei der Begehung am 30. August seitens des Gremiums besonderen Wert auf das Thema Vorgärten gelegt wurde. Die werden bei vielen Hausbesitzern nämlich zu Steingärten umgestaltet, was unter anderem Kritik durch Oberbürgermeister Andreas Mucke hervorrief, der die Siegerehrung vorgenommen hatte und den Goldenen Spaten an Pierre vergab. „Steingärten heizen sich auf und geben die Wärme an die Umwelt ab, was auch einen Einfluss auf den Klimawandel hat“, so der OB.

Und zugleich räumte Lutz Kosanke mit dem Prädikat „pflegeleicht“ auf. „Das gilt nur für die beiden ersten Jahre. Danach hat sich viel Laub zwischen den Steinen abgesetzt, das dann verrottet und zusammen mit den Flugsamen zum Nährboden für neue Triebe wird. Das sieht dann schnell verwahrlost aus“, so Kosanke.

Am Bremkamp hatten sich bei der Begehung durch die Jury auch noch ein paar Bienen eingefunden. Hochbeete zur Eigenversorgung mit Gemüse waren angelegt worden, eine riesige Sonnenblume, der Kinderspielplatz und ein angrenzendes naturbelassenes Waldgebiet taten ein Übriges, um die westlichste Wuppertaler Siedlung in einem besonders günstigen Licht erscheinen zu lassen, weshalb der Titel der Vorjahres verteidigt werden konnte – vor dem Osterholz, der Lüntenbeck, dem Wilhelmring und der Beyenburger Siedlung Sondern. Freude bei Henrike Malangeri, die auch noch einen wertvollen Umschlag entgegennehmen konnte. „Den öffne ich erst zu Hause“, sagte sie, während sie die Glückwünsche der Anwesenden entgegennahm.

Zu der alljährlichen Preisverleihung gehört neben den besinnlichen Worten von Pfarrer Volker Haarmann aus der Siedlung Osterholz auch eine Spende in Naturalien in Gestalt von Gemüse und Äpfeln sowie eine Spende in finanzieller Form. Diese erhielten diesmal das DRK Kinder- und Jugendzentrum am Mastweg, dessen stellvertretende Leiterin Hilde Marke-Rieth die Einrichtung und ihre vielfältigen Aktivitäten vorstellte und sich für diese wichtigen Zuwendungen bedankte. Schließlich komme die Stadt nur für die Personalkosten auf, sodass die Spende seitens des Siedler-Kreisverbandes Wuppertal gerade recht kam.