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„Goldberg-Variationen“: Junge Tänzer suchen Herausforderung

„Goldberg-Variationen“: Junge Tänzer suchen Herausforderung

Ein Tanztheaterprojekt vereint unterschiedliche Tanzrichtungen unter dem Werk von Bach. Das fertige Stück dauert 60 Minuten.

Die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach gehören zu seinen berühmtesten Werken — aber auch zu seinen anspruchsvollsten. Doch das schreckt Hanna Barczat und ihr Team nicht ab. Die Choreografin und Regisseurin übernimmt die künstlerische Leitung für das Tanztheaterprojekt „Was es bedeutet, Mensch zu sein“ über die Goldberg-Variationen von Bach. Thema ist vor allem das Menschsein in schwierigen Situationen, etwa beim Abschied nehmen.

Das Projekt wird getragen vom Verein Laonda, der Inklusion fördern möchte und sich für Respekt und Toleranz einsetzt. Zuletzt fand bereits ein Casting statt. „Ich fand es ganz toll, dass sich so viele Leute gemeldet haben. Wir waren überrascht über die große Vorerfahrung, die sie mitgebracht haben“, sagt Barczat. Zwölf junge Menschen zwischen 16 und 23 Jahren sind zu dem Casting in der Tanzfabrik Barmen gekommen. Hinzu kommen noch Teilnehmer aus dem letzten Projekt des Vereins, „Vertrauen ist die stillste Art von Mut.“ „Natürlich greift das jetzige Projekt die Migration von Flüchtlingen auf und die Situation, in der man alles verliert“, erklärt Barczat. Unter den Castingteilnehmern waren auch mehrere Flüchtlinge, vor allem aus afrikanischen Ländern.

Das Projekt soll in 60 Minuten verschiedene Tanzrichtungen vereinen — von Hip Hop über Krumping bis hin zu Ballett und Modern Dance. „Tänzerisch gibt es große Unterschiede zwischen den Teilnehmern, aber jeder wird seinen Platz finden“, so Barczat. Seit Ewigkeiten seien die Goldberg-Variationen ihre Lieblingsmusik und einige der Teilnehmer aus dem letzten Projekt hatten sich etwas Anspruchsvolles gewünscht.

Außer den unterschiedlichen Tanzformen soll auch gerappt und gesungen werden. Bis Oktober soll die Gruppe etwa zweimal wöchentlich proben und zusätzlich an vereinbarten Terminen. Eine der Teilnehmerinnen ist Tamara Rahil aus Düsseldorf. Sie tanzt normalerweise Hip Hop und Modern Dance. „Mir geht es darum, neue Einblicke in den Tanz zu bekommen“, sagt sie. Sie sei sehr gespannt, wie die Stunde gefüllt wird. „Ich finde es schön, andere Tänzer aus der Region kennenzulernen“, meint Rahil. Das Projekt soll als Pilot-Projekt ein Vorläufer für eine Veranstaltungsreihe im Urban Art Complex werden.

Die Tanzschule unter der Leitung des Hip Hop-Tänzers Ben Wichert soll im Herbst dieses Jahres in der Hofaue eröffnet werden. Das Projekt wird dabei seine Premiere am Tag der Eröffnung der Tanzschule haben. Nachfolgend sollen die Teilnehmer nämlich kostenlos im Urban Art Complex unterrichtet werden. Das Tanzprojekt wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft, der Aktion Mensch und dem Kulturfonds Wuppertal.