Goetheplatz in Wuppertal: Treppe muss drei Wochen gesperrt werden

Sanierung : Goetheplatz: Treppe muss drei Wochen gesperrt werden

Die Stadt tauscht das Geländer aus. Auf dem angrenzenden Spielplatz gibt es Sicherheitsbedenken.

Für Fußgänger ist es eine beliebte Abkürzung. Die Treppe zwischen Kaiserstraße und Goetheplatz verbindet die Bus- und Schwebebahnstation Hammerstein auf direktem Weg mit dem Dichterviertel. Seit vergangenem Mittwoch müssen Passanten und Pendler allerdings einen längeren Umweg in Kauf nehmen. Grund ist die Sperrung der Treppe aufgrund von Bauarbeiten. Dabei geht es um den kompletten Austausch des Geländers. Die Arbeiten sollen laut Stadt rund drei Wochen dauern.

„Das alte Geländer war stark korrodiert und es war kein Verbund mehr mit der Treppe vorhanden“, erläutert Sprecherin Sindy Peukert die Maßnahme. Die Wegeverbindung habe daher ein Risiko für Fußgänger dargestellt. „Treppen werden von Mitarbeitern der Stadt Wuppertal regelmäßig begutachtet. Bei der letzten Kontrolle war aufgefallen, dass die Korrosion am Geländer inzwischen so weit fortgeschritten ist, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet war“, berichtet Peukert.

Eine Alternative zum Komplettaustausch des Geländers gebe es nicht. Dadurch entstehen Kosten in Höhe von 13 000 Euro. Fußgänger in Richtung Dichterviertel müssen über die Kaiserstraße und die Schillerstraße ausweichen. Im oberen Bereich bleibt der Fußweg bis zum Beginn der Treppe geöffnet. Die Stadt hofft, dass die Arbeiten pünktlich in den vorgesehenen drei Wochen abgeschlossen werden können.

Der Zeitpunkt zum Start der Maßnahme sei bewusst gewählt worden. Durch den Stillstand der Schwebebahn werde die Treppe derzeit weniger genutzt. Deutlich mehr Zeit benötigt die Stadt für die Sanierung des ebenfalls gesperrten Goetheplatzes.

Nach wie vor ist der westliche Teilbereich der dortigen Spielfläche durch Bauzäune nicht zugänglich. Auch hier sind Sicherheitsbedenken der Grund. Experten befürchten Absackungen auf dem Gelände. Immerhin gibt es jetzt eine Perspektive für eine künftige Nutzung. Mittlerweile liegen die Ergebnisse eines Bodengutachtens vor, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte. Danach kann der Untergrund mit speziellen Maßnahmen stabilisiert werden. Dazu gehört der Einbau sogenannter „Geogitter“. Damit sollen künftige Absackungen abgefangen werden.

Die Kosten für den Gittereinbau und die entsprechenden Bodenarbeiten werden von der Stadt auf rund 100 000 Euro geschätzt. Die Maßnahme soll in den Haushalt 2020/21 aufgenommen werden. Der Untergrund am Goetheplatz weist eine schwierige Gemengelage auf. Dazu gehören Ausspülungen und Verkarstungen des Kalksteins. Auch Hohlräume seien laut Verwaltung nicht auszuschließen.

Unter dem Spielplatz verläuft
ein alter Bergstollen

Zudem verlaufe rund zwölf Meter unter dem Spielplatz ein Stollen, der vermutlich im zweiten Weltkrieg angelegt wurde. Dessen Stabilität werde zwar regelmäßig von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Betreiber geprüft und stelle daher kein Sicherheitsrisiko dar. Allerdings wirke der Stollen zusammen mit den möglichen Hohlräumen wie eine Draenage. Das sorge für zusätzliche Ausspülungen des Kalksteins. Hier sollen die engmaschigen Geogitter Abhilfe schaffen. Dafür wird die oberste Bodenschicht von 80 Zentimetern abgetragen. Darüber kommt ein Schotterbelag, ein zweites Gitter, und weiterer Schotter.

Im Fall von künftigen Absackungen sei nach Aussage der Experten des zuständigen Ressorts nur noch eine leichte Trichterbildung von höchstens 15 Zentimetern zu erwarten. Nachteil der Methode ist allerdings, dass für das Gitter eine Art Anker über den bisher abgesperrten Bereich hinaus notwendig ist. Laut Stadt müssen dann die dortigen Bäume und Sträucher gerodet werden.

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