Wuppertal: Glanzvolle Stunden mit Nostalgie-Karussell

Wuppertal: Glanzvolle Stunden mit Nostalgie-Karussell

Wie präsentiert sich der Markt in der Elberfelder City? Die WZ hat einen Test-Besuch gemacht.

Wie ist der erste Eindruck?

Wer von der Neumarktstraße auf den Von-der-Heydt-Platz kommt, sieht tagsüber viel Grün von zahlreichen Weihnachtsbäumen und im Hintergrund die hölzerne Pyramide — ein schönes Bild. Die zahlreichen Lichter an Bäumen und Buden-Giebeln verbreiten erst im Dunkeln richtig Stimmung.

Der größte Baum steht am Von der Heydt-Museum. Sonst stehen überall Weihnachtsbäume, besonders schön sind die mit Lichtern geschmückten.

Aus 90 Ständen besteht der Lichtermarkt, nach Auskunft von Christian Stronczyk von der Veranstaltungsfirma Orion sind genau die Hälfte davon Essensstände. Auf dieses ausbalancierte Verhältnis lege man großen Wert, betont er.

Fünf Fahrgeschäfte sind über den Markt verteilt, drei Karussells, ein Kettenflieger und ein Mini-Riesenrad für kleine Kinder. Das Riesenrad für Große fehlt, weil es kaputt ist. Stattdessen dreht sich am Kasinokreisel wieder ein Nostalgie-Karussell. Kindern werden auch die Menschen gefallen, die aus bunten Ballons in Windeseile lustige Tiere basteln. Die echten Tiere der Krippe sind dagegen nicht mehr dabei. „Hunderte Anfragen“ habe er deswegen schon gehabt, sagt Stronczyk. Einige Eltern seien regelrecht erzürnt.

Fast neu ist „Trdelnik“, gewickelte Teigstreifen aus Tschechien. Weil sie 2015 gut ankamen, kann man sie in diesem Jahr an zwei Ständen kaufen.

Es gibt zahlreiche Stände mit typischen Geschenke-Waren wie Schmuck, Taschen und Portemonnaies, Mützen und Schals. Dazu Weihnachtsartikel wie Kerzen, bemalte Kugeln, Lichterhäuser und große Leuchtsterne. Originell sind die Pop-up-Karten, aus denen sich beim Auffalten eine Papierskulptur erhebt - unter anderem eine Schwebebahn. Solche ungewöhnlichen Stände könnte es ruhig mehr geben.

Zum Test während der Arbeitszeit gibt es alkoholfreien Kinderpunsch — auf Empfehlung mehrerer Kenner am Lions-Stand. Der Punsch schmeckte wirklich lecker, nicht zu süß, nicht zu sauer. Warum Glühwein und Punsch einen so guten Ruf haben? „Weil wir die selbst machen“, sagt die Schankwirtin. „Mit Früchten und Gewürzen — Geheimrezept!“ Heißes gibt es an vielen Ständen: außer Glühwein und Punsch auch Kakao, sogar Chai Latte und Apfel Chai. Und viel Heißes mit Alkohol von Lumumba bis Heißer Hugo.

„Der Lichtermarkt hat vor einigen Jahren das Bühnenprogramm von ein bis zwei Stunden am Tag durch die Krippe mit lebenden Tieren am ganzen Tag ersetzt“, erklärt Christian Stronczyk. Weil die nun nicht dabei sei, gebe es weder Programm noch Krippe.

Keine Dauerbeschallung — nur von einigen Ständen ist Musik zu hören. Wer das mag, kann bleiben, wer nicht, kann weiterziehen.

Tagsüber liegen nur abgefallene Baumblätter herum — nichts zu meckern.

Meist ist genug Platz, an einigen Stellen gibt es große Abstände zum nächsten Stand — was ein Manko ist: Ein zusammenhängender Markt hätte noch mehr Atmosphäre.

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