Stadtentwicklung Gewerbeschulstraße in Wuppertal-Barmen: Jetzt beginnen Ausschreibungen

Barmen. · Bauarbeiten für die Grundschule sollen 2025 losgehen, 2028 sollen die Kinder einziehen.

 Zwei Gebäudeflüge mit einem Verbindungsbau sind vorgesehen.

Zwei Gebäudeflüge mit einem Verbindungsbau sind vorgesehen.

Foto: LIAG architecten + bouwadviseurs

Mit der künftigen Grundschule an der Gewerbeschulstraße soll es voran gehen. Nachdem seit Ende März die Baugenehmigung vorlag, können jetzt die ersten Ausschreibungen stattfinden. Die Stadt stellt aus diesem Anlass jetzt noch einmal die Pläne für den Schulneubau vor. Den Neubau sollen Kinder und Lehrkräfte im Sommer 2028 beziehen, der Schulbetrieb beginnt ab Sommer an einem Übergangsstandort.

Die Langwierigkeit des Projekts hat schon mehrfach Unmut bei Schulpolitikern erzeugt. Denn beschlossen wurde die Neuerrichtung einer Grundschule schon 2018. Im Frühjahr 2022 erfolgte der Abriss des alten Gebäudes, seitdem liegt das Gelände bracht. Der Bauantrag wurde im März 2023 eingereicht. Mirja Montag, Leiterin des städtischen Gebäudemanagements (GMW), erklärte: „Der Genehmigungsprozess war ausgesprochen langwierig und komplex, daher sind wir sehr froh, im Frühsommer nun endlich die ersten Ausschreibungen auf den Markt bringen zu können.“

Als erstes werden nun, so die Stadt, Firmen für die Kampfmittelsondierung sowie die Tiefbau- und die Rohbauarbeiten gesucht. Gleichzeitig laufe die Ausführungsplanung: Die Rohbauplanung solle bis zum Sommer stehen, danach begönnen die Fachplanungen. Baustart sei für den Herbst geplant. Damit Anfang 2025 der Rohbau beginnen kann, müsse allerdings das Wetter mitspielen.

Der Schulbetrieb beginnt schon nach den kommenden Sommerferien mit zwei ersten Klassen. Sie werden am Vorläuferstandort an der Rudolf-Steiner-Straße 10 unterrichtet – in dem Containerbau am Schulzentrum am Kothen, in dem zuletzt die Kinder der Grundschule Peterstraße untergebracht waren. Die Kinder werden mit einem Bus zum Übergangsstandort gebracht. Die ersten Klassen werden den neuen Schulbau nicht mehr erleben. Denn das GMW rechnet mit einer Bauzeit von zweieinhalb bis drei Jahren: Zum Schuljahresbeginn 2028 soll die Schule ihr neues Domizil an der Gewerbeschulstraße beziehen können. Die Höhe der Gesamtkosten wird auf rund 15 Millionen Euro beziffert.

Dach des Verbindungstraktes
wird als Terrasse gestaltet

Der Neubau wird in seinen Grundzügen dem alten Gebäude ähneln, den zuletzt die Hauptschule Emilienstraße nutzte: Je ein Gebäudeflügel am Heidter Berg und an der Albertstraße, dazwischen ein Verbindungsgebäude. So wird der Schulhof von drei Seiten eingerahmt. Die Stadt erklärt, dass der Entwurf des beauftragten Architekturbüros setzt auf rund 2700 Quadratmetern all das umsetzt, was eine Projektgruppe mit Schulpädagogen in einer sogenannten „Phase Null“ als Anforderung formuliert hatte, um moderne pädagogische Konzepte verwirklichen zu können.

Laut Stadt ist das Gebäude folgendermaßen aufgeteilt: Den Haupteingang erreicht man über den Schulhof. Im Gebäudeflügel am Heidter Berg bildet im Erdgeschoss der große „Marktplatz“ den zentralen Bereich der Schule. Er dient zum einen als Speiseraum, soll aber zum Beispiel vom offenen Ganztag oder als Zuschauerraum für Aufführungen genutzte werden, wenn der benachbarte Musikbereich zur Bühne wird. Auch der Kunstbereich befindet sich auf dieser Ebene.

In den beiden Stockwerken darüber, die in der Breite über das Erdgeschoss hinausragen, liegen die sogenannten „Cluster“: Um eine „gemeinsame Mitte“ sind jeweils vier Klassen- und zwei Differenzierungsräume sowie eine Teamstation für Lehrkräfte angeordnet. Die „gemeinsame Mitte“ kann sowohl als Treffpunkt als auch zum Rückzug genutzt werden, hier können die Kinder spielen, sich bewegen, aber auch ausruhen. Im Untergeschoss, das vom Heidter Berg aus zugänglich ist, parken die Fahrzeuge der Lehrkräfte.

Im Gebäudeflügel an der Albertstraße sind im Erdgeschoss unter anderem die Bibliothek und ein großer Mehrzweckraum untergebracht. Im Stockwerk darüber sitzt die Verwaltung. Im Untergeschoss können die Schülerinnen und Schüler ihre Fahrräder abstellen.

Das Dach des einstöckigen Verbindungstrakts wird als Terrasse mit Spielfläche und Hochbeeten gestaltet. Mit fast 300 Quadratmetern erweitert diese Fläche den etwa 700 Quadratmeter großen Schulhof, zu dem eine breite Treppe hinunterführt. Diese kann auch als Außenklassenzimmer genutzt werden. Für die übrigen Dächer sind Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen vorgesehen.

Zwei Aufzüge erschließen alle Räume und die Terrasse barrierefrei, denn die Schule soll eine inklusive Grundschule werden. Dazu gehören auch Kontraststreifen auf den Treppen, die Kindern mit Sehbehinderung helfen.

Das Gebäude wird als Betonbau ausgeführt, der Beton wird im Inneren absichtlich sichtbar bleben. Im Erdgeschoss wird eine Fassade mit viel Glas viel Licht hereinlassen. Die oberen Etagen werden mit hellen keramischen Elementen verkleidet, nach Süden hin weitgehend geschlossen gestaltet werden, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Besonders auffällig soll eine überdimensionale Hausnummer am Baukörper an der Albertstraße werden. Mirja Montag erklärt: „Die Schule wird eine sichtbare Marke für den Stadtteil und zum Stadtteil hin geöffnet sein, ohne sich aufzudrängen.“ Red/kati

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