Bildung und Schule GEW fordert sofortiges Handeln der Stadt Wuppertal

Wuppertal · Fehlende Räume und Personalnot machen Schulen zu schaffen.

 Die GEW kritisiert den Raummangel an Schulen.

Die GEW kritisiert den Raummangel an Schulen.

Foto: dpa/Arne Dedert

Wegen des eklatanten Raummangels und steigenden Schülerzahlen müssen die Grundschulen teilweise Unterricht und Ganztagsbereich in den gleichen Räumen organisieren. Diese „multifunktionalen Räume“ erfordern viel Planungsvorlauf und eine neue Möblierung. Dazu nimmt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Stellung.

Nun werde den betroffenen Schulen mitgeteilt, dass zurzeit keine Möbel beschafft werden können, weil „Rahmenverträge für die Beschaffung“ ausgelaufen seien. Auch könne es grundsätzlich für alle Schulen zu Verzögerungen kommen, weil das „Arbeitspensum einfach nicht zu schaffen“ sei. Betroffen sind auch Schulen, die neue Gruppen für den offenen Ganztag einrichten. Auch hier hake die Möbelbeschaffung. „Hier fehlt es offensichtlich an Personal in der Schulverwaltung und die Schulen und vor allem die Kinder sollen das ausbaden“, empört sich Richard Voß vom Leitungsteam der GEW Wuppertal.

Er berichtet von einer Lehrerin, die sich voller Frust an die GEW gewandt habe: „Die Kollegen und Kolleginnen sind neben dem Unterrichten, Zeugnisse schreiben und dem ganzen Rest gerade Raumplaner, Innenarchitekt, Putzkraft, Möbelpacker. Das alles neben dem ganzen anderen Wahnsinn, weil wir zu wenig Personal haben. Aber eine Grundausstattung für jede Klasse ist nicht zu bekommen, weil es gerade keine Rahmenverträge gibt? Das kann doch alles nicht wahr sein. Wir haben schon Möbel entsorgen lassen, damit Platz für die neuen Möbel da ist und nun kommt nichts. Wie sollen wir denn im neuen Schuljahr arbeiten können und das ganze Chaos stemmen? Und wie sollen sich die Kinder wohl fühlen und lernen können in solchen räumlichen Zuständen?“, schrieb sie laut Voß.

Die GEW stellt nun Forderungen: „Hier muss jetzt unbürokratisch gehandelt werden und ein Weg gefunden werden, bis zum Schuljahresbeginn zu helfen. Das ist die Stadt den Kindern, Eltern und Lehrkräften schuldig“, heißt es in einer Mitteilung. Ein weiteres Problem sei der Umgang mit sogenannten Verschönerungsarbeiten. Notwendige Malerarbeiten in Klassenräumen würden oft viele Jahre nicht erledigt durch die Stadt, so dass Eltern und Schulen das in Eigenregie übernehmen möchten, um den Kindern ein einigermaßen sauberes Umfeld zu schaffen. „Schon das ist eigentlich unzumutbar. Doch nun wird das vom Gebäudemanagement untersagt. Es teilt mit, dass aufgrund der ,Umstrukturierung im GMW das Thema Verschönerungsarbeiten in Eigenregie grundsätzlich neu thematisiert werden‘ müsse, dazu habe man aber wegen der Personalengpässe keine Zeit. Neu gestellte Anträge würden derzeit abgelehnt“, so die GEW.

„Alte Regeln werden außer Kraft gesetzt und für neue hat man keine Zeit? Dafür finden wir keine Worte“, heißt es weiter. „Wir fordern, die Schulen kurzfristig in die Lage zu versetzen, den Kindern einen sauberen Schulstart zu ermöglichen. Das ist eigentlich eine selbstverständliche Aufgabe der Stadt.“ Die GEW hat sich an den Oberbürgermeister, das Gebäudemanagement und den Stadtbetrieb Schulen mit einem Offenen Brief gewandt und kurzfristige Maßnahmen gefordert. Red

(Red)