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Gestank und defekte Heizung:Eltern und Schüler sind sauer

Gestank und defekte Heizung:Eltern und Schüler sind sauer

Eltern protestieren gegen Geruchsbelästigung und Baumängel an den Grundschulen ihrer Kinder.

Wuppertal. Toiletten, die bis ins Treppenhaus stinken, eine Heizung, die sich nicht regulieren lässt, undichte Fenster und eine Aula, die als solche nicht genutzt werden kann: Die Beschwerdeliste zum baulichen Zustand der Vohwinkeler Grundschule Yorckstraße ist lang. „Das Gebäude verkommt zunehmend“, sagt Ulrike Näckel, Mutter dreier Schüler und Mitglied der Schulkonferenz.

Besonders „anrüchig“ sei das Thema Toiletten. Der fortwährende Uringestank aus dem Jungen-WC sei selbst beim Betreten des Schulgebäudes deutlich wahrnehmbar. „Es gibt eine Pinkelrinne, die nicht mit Wasser gespült wird“, sagt Ulrike Näckel — doch das sogenannte Trockenurinal, gängige WC-Ausstattung, bei der eine spezielle Beschichtung zum Einsatz kommt, funktioniert an der Yorckstraße.

So die Auskunft des städtischen Gebäudemanagements, dem das Problem bekannt ist: Man suche weiter nach der Ursache des andauernden Gestanks.

Drei Mütter haben sich nun mit ihrem Protest an Bezirksvertretung und Verwaltung gewandt. „Mit der Arbeit an der Grundschule sind wir sehr zufrieden“, betont Ulrike Näckel. Doch die Bemühungen von Lehrern und Betreuern änderten nichts am desolaten Zustand des Hauses.

„Ich kann die Eltern verstehen“, sagt Thomas Lehn vom Gebäudemanagement. „Die Schule ist ein Sanierungsfall.“ Eine umfassende Überholung wie an der benachbarten Corneliusschule sei aber kurzfristig nicht zu leisten. Es gebe trotz der Rekordinvestitionen dieses Jahres (siehe Kasten) noch immer viele Einrichtungen, die ebenfalls dringend erneuert werden müssten.

Allerdings soll im kommenden Jahr die Brandschutzsanierung an der Yorckstraße beginnen, kündigt Thomas Lehn an, und voraussichtlich 2012/2013 wird eine neue Heizung installiert. Den „großen Wurf“, die geforderte Grundsanierung, könnte es womöglich innerhalb der nächsten zehn Jahre geben, so Lehn.

Eltern wie Ulrike Näckel müssen sich also gedulden und hoffen, dass zumindest die Ursache des Toilettengestanks bald gefunden wird: „Mein Sohn Jonah hat es geschafft, während der gesamten Grundschulzeit nur einmal das Schul-WC aufzusuchen.“

Auch an der Grundschule Küllenhahn erreicht die Geruchsbelästigung mitunter einen Grad, der die Kinder veranlasst, die Toiletten zu meiden. Mit einer entsprechenden Anfrage haben sich die Grünen nach Beschwerden der Schule an die Bezirksvertretung Cronenberg gewandt.

Doch als das Gebäudemanagement zum Ortstermin anrückte, gab es keinen Gestank. Gleichwohl: Die Schule ist an eine Grube und die wiederum an die Kanalisation angeschlossen. Bei längerer Trockenheit können die Geruchsbelästigungen also extrem werden. Künftig sollen die Abwässer deshalb nicht mehr erst in die Grube, sondern direkt in die Kanalisation fließen. Kurzfristig soll der Toilettenbereich zudem etwas aufgebessert werden.