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Geständnis nach Drogen-Streit

Geständnis nach Drogen-Streit

Ein Wuppertaler (41) soll in Remscheid einen Bekannten (26) niedergestochen haben.

Wuppertal. Es war der Abend des 19. Oktober vergangenen Jahres: Ein 41-jähriger Wuppertaler rammt vor den Augen vieler Passanten und Fahrgäste einem 26 Jahre alten Mann am Busbahnhof Willy-Brandt-Platz in Remscheid ein Messer in den Oberkörper und schubst ihn in einen gerade dort haltenden Linienbus. Seit gestern muss sich der mutmaßliche Täter wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht verantworten.

Lange Zeit blieb die Tat für die Ermittler ein Rätsel. Erst durch Video-Aufzeichnungen aus dem Bus war man dem Täter auf die Spur gekommen. Doch der hatte zu den Vorwürfen beharrlich geschwiegen. So bleiben die Hintergründe unklar. Über seinen Verteidiger Andreas Sauter ließ der 41-Jährige gestern eine Erklärung verlesen. Weitere Fragen zur Tat wollte er nicht beantworten.

Demnach räumte der Angeklagte die Tat weitestgehend ein. Der 26-Jährige sei ein Bekannter gewesen. Ihm habe er Geld - es soll ein dreistelliger Betrag gewesen sein - und ein Handy geliehen, doch der 26-Jährige habe ihm beides nicht zurückgegeben. An jenem Abend sei er nach Remscheid gefahren, um ihn zur Rede zu stellen. Er selbst habe kein Messer dabeigehabt, sondern der 26-Jährige. Im Gerangel sei es zu dem Stich gekommen - ungewollt, wie der 41-Jährige sagt. Wütend darüber, dass die Lage wegen des Messers eskaliert sei, habe er ihn in den Bus geschubst.

Der 26-Jährige hatte durch den Stich damals viel Blut verloren - die Anklage spricht von insgesamt 5,6 Litern. Den Ermittlern war er, wie auch der Angeklagte, aus der Drogen-Szene bekannt. Daher vermutete man, dass es zwischen Täter und Opfer um entsprechende Geschäfte gegangen ist. Dazu äußerte sich der 41-Jährige, der nach eigenen Angaben seit seinem 13. Lebensjahr Drogen nimmt, nicht.

Erst am Ende der rund dreistündigen Vernehmung des mutmaßlichen Opfers gab der Angeklagte zu, dass es tatsächlich um Drogen-Geschäfte gegangen sei. Zu Einzelheiten schwieg er sich aus. Der 26-Jährige beteuerte, dass der Angeklagte das Messer mitgebracht habe. Seine zähe, oft stockende Aussage erklärte er so: "Es tut mir leid, ich bin das erste Mal als Zeuge vor Gericht. Sonst bin ich immer Angeklagter."