Kirchenarbeit: Geselligkeit bei Kaffee in der Kirche

Kirchenarbeit : Geselligkeit bei Kaffee in der Kirche

Die Kirchencafés in Ronsdorf bieten auch Programm. Im Café Sara las jetzt Karl Otto Mühl.

In Ronsdorf öffnen Kirchengemeinden regelmäßig ihre Gemeindehäuser, um vorwiegend ältere Menschen aus der Einsamkeit des Alltags herauszulocken. Die Evangelisch-reformierte Gemeinde öffnet freitagnachmittags von 15.30 bis 18 Uhr ihr „Café Calvin“. Und die katholische Gemeinde monatlich ihr „Café Sara“.

Vor vielen Jahren haben Mitglieder der katholischen Gemeinde St. Joseph festgestellt, dass sich allein lebende Menschen vor allem sonntags allein fühlen. Kein Wunder, denn das traditionelle Familienbild, bei dem Kinder und Enkel ihre Omas und Opas sonntags besuchen, gibt es lange nicht mehr so häufig.

Das Angebot ist eine Antwort auf ein verändertes Familienbild

Zum ehrenamtlichen Team gehören Monika Böhner, Edith Fischer, Ingrid Erbel, Rosemarie Koch, Angelika Rischmann, Monika Sedler und Maria Schneider, die erklärt: „Alle, die einmal im Monat den Sonntagnachmittag nicht alleine verbringen wollen, laden wir herzlich ins „Café Sara“ ein.“

Es ist Tradition, mit Kaffee, Kuchen und herzhaften Schnittchen zu beginnen. Maria Schneider: „In einem alten Sprichwort heißt es, dass Essen und Trinken Leib und Seele beieinander hält.“ Das hat das Team auch erfahren und beobachtet viele gute Gespräche, die sich unter den meist weiblichen Besuchern ergeben haben. Es ist eine gute Gemeinschaft entstanden, die sich aber nicht für Neulinge verschließt, sondern offen geblieben ist. Viele Gäste besuchen das „Café Sara“ regelmäßig, andere kommen nur zu Themen, die sie interessierten. Manche Besucher bringen auch Freundinnen und Freunde mit.

Den aktiven Damen ist wichtig, dass es keine Frage des Geldbeutels sein darf, Gemeinschaft zu erfahren. Kaffee, Kuchen und Schnittchen sind gespendet, auf den Tischen stehen dennoch Sammeldosen für freiwillige Spenden. Ein Teil der Spenden wird genutzt, um Wolle für die Handarbeitsgruppe von St. Joseph zu kaufen.

Am vergangenen Sonntag war der Schriftsteller, Theater-, Hörspiel- und Filmdrehbuch-Autor Karl Otto Mühl im „Café Sara“ zu Besuch. Er berichtete über sein langes, 95 Jahre währendes Leben, die Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg mit der folgenden Kriegsgefangenschaft und seine nebenberufliche Karriere mit dem Schreiben. Viele seiner Wegbegleiter, von Paul Pörtner, Tankred Dorst und Harald Leipnitz über Heinz Fangman bis zu Johanna von Koczian, waren den aufmerksamen Zuhörern bekannt: „Ach ja!“ war aus dem Auditorium zu hören. Aus seinen Erzählungen und Kurzgeschichten las Beatrix Burghoff vor. BLM