Wuppertal: Geschichtsverein stellt sich neu auf

Wuppertal: Geschichtsverein stellt sich neu auf

Aufgaben werden auf mehrere Schultern verteilt. Ab Januar gibt es eine Geschäftsstelle.

Wuppertal. Der plötzliche Tod von Historiker Hans-Joachim de Bruyn-Ouboter hat auch beim Bergischen Geschichtsverein eine tiefe Lücke hinterlassen. De Bruyn-Ouboter, der im September im Alter von 68 Jahren verstorben war, führte als Vorsitzender die gut 750 Mitglieder starke Sektion Wuppertal des BGV und war für viele Institutionen, bei denen der BGV involviert ist, der erste Ansprechpartner.

„Er war unglaublich verwurzelt, kannte alle Leute und war auch ein exzellenter Netzwerker“, sagt Jochen Johrendt, Dozent für Mittelalterliche Geschichte an der Bergischen Uni und jetzt kommissarischer Vorsitzender der Wuppertaler Sektion.

Die Zukunft will der Verein noch mehr als früher in Teamarbeit gestalten, wie Johrendt und Schriftführer Heiko Schnickmann betonen. Anders sei das auch gar nicht möglich. „Wir arbeiten ja alle nebenbei“, sagt Schnickmann, der als Privatlehrer tätig ist, leicht schmunzelnd.

Ein Ziel, für das sich auch der verstorbene Vorsitzende immer eingesetzt hatte: Den Verein attraktiver für junge Mitglieder machen und auch ihnen regionale Geschichte nahezubringen. Johrendt (43) und Schnickmann (33) gehören selbst innerhalb des Vereins eher zur „jungen Generation“. Ausgebaut werden soll in Zukunft zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den Schulen und der Uni. Unter anderem ist angedacht, einen Preis für besondere Leistungen von Schülern oder Studenten zu verleihen. Die Idee soll noch ausgearbeitet werden.

Wesentlich konkreter ist bereits ein anderer Plan des BGV: Der Verein bekommt bald eine eigene Geschäftsstelle. Im ehemaligen Bünger-Komplex in Wichlinghausen sei bereits ein Raum reserviert, erklärt Johrendt. In dem Bereich, wo auch andere Kulturvereine eine neue Heimat finden sollen. „Bald wird der Vertrag unterschrieben und im Januar könnte es losgehen.“ Es solle ein echter Anlaufpunkt werden, kündigt Schnickmann, an. Eine Hoffnung: Durch die Trassennähe sollen auch Auswärtige vielleicht den Weg nach Wichlinghausen finden. Denen wolle man zeigen, „was Wuppertal alles zu bieten hat.“ Denn wie Johrendt immer betont: „Es gibt eben mehr als Friedrich Engels.“ Die breite Historie sei ein Pfund, mit dem man wuchern müsse.

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