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Gerd Hensel: Schuldenreduzierungen beim Bürgerservice?

Gerd Hensel: Schuldenreduzierungen beim Bürgerservice?

Mit locker gestrickten Argumentenversucht die Stadtverwaltung Wuppertal die kommenden Sparmaßnahmen für dieBürger als unverzichtbar dazustellen. Es ist jedem Wuppertaler bewusst dassdie Finanzmittel der Stadt mit Augenmaß eingesetzt werden müssen.

Sonderbar ist es schon, dass diesemissliche Lage jetzt erst entdeckt wurde und dann ohne wenn und aberdurchgezogen werden soll.

Als der Döppersberg verhandelt wurdewar die Finanzlage die gleiche wie heute. Trotzdem wurde das Projektbeschlossen. " Die Kasse war leer!" Wie kann der Bürger von solchenProjekten überzeugt werden, die seinen Nutzen im Vergleich zum Verlust nichtaufwiegen.

Beispiel Schauspielhaus.Nicht nur ein imposantes Gebäude, sondern für die Bürger ein Torzur kulturellen Kommunikation und Bildung, auf die eine Großstadtim bergischen Städtedreieck nicht verzichten kann.

Beispiel Fuhlrott-Museum. DerBürger musste nach einigem herumeiern, der Verwaltung die Schließungverschmerzen.

Wenn jetzt die Bäder in Ronsdorf undVohwinkel auf der Streichliste der Verwaltung stehen, wie sieht es damit dem Schulschwimmen aus.

Von morgens 8 bis 14 Uhrbevölkern Schulklassen die Bäder.

Abends sind Vereine teilweise bisnach 22 Uhr im Bad.

Dazu kommen die Bereiche Bürgerbüround Bücherei. Es ist das Tafelsilber das sich dieWuppertalerbürger, erarbeitet haben.

Wie kann er auf diese in Jahrzehntenerarbeiteten Errungenschaften von jetzt auf gleich verzichten. Ichbin kein Pessimist, aber diese Finanzklemme, kann keine Stadt auseigenen Mitteln stemmen.

Ob wir in Cronenberg, Ronsdorf,Vohwinkel, Beyenburg oder einem anderen Stadtteil wohnen, sollten wir unsnicht auseinander dividieren lassen, wenn es für eingefleischteStadtteilbewohner auch hart ist, wir müssen uns alle als WUPPERTALERouten. Diese von der Stadtverwaltung eingeleiteten Maßnahmen gehenuns alle an.

Eine wirkliche Lösung kann nur inAbsprache mit Land und Bund erreicht werden. Der Kommune kann von übergeordnetenGremien nur Aufgaben übertragen bekommen, für die auch Gelder zurVerfügung stehen. Die dringendste Aufgabe der Parteienist es, auf dieser Ebene bald Lösungen vorzulegen, denn sie haben inden Rathäusern die Verwaltungen beeinflusst.

Politikverdrossenheit undWahlmüdigkeit hat konkrete Gründe.

Gesundung der Kommune muss von derWurzel beginnen. Alle die an dem Dilemma beteiligt waren müssenLösungen erarbeiten. Das Spiel mit den Muskeln derStadtverwaltung erzeugt beim Bürger Aggression und Traurigkeit.

Gerd Hensel
Wuppertal