Geisterjäger in Wuppertal: Spuk ist ihr Handwerk

Geisterjäger in Wuppertal: Spuk ist ihr Handwerk

Ein Team aus Wuppertal beschäftigt sich mit scheinbar unerklärlichen Phänomenen.

Wuppertal. Wer kennt das nicht? Man sitzt abends allein in der Wohnung und hat ein unheimliches Geräusch gehört. Türen und Fenster knarzen. Durchzug oder das Haustier? Oder war es doch etwas anderes? Für vermeintlich unerklärliche Vorfälle gibt es möglicherweise Antworten. Das Team „Ghosthunter NRWup“ aus Wuppertal hat es sich zur Aufgabe gemacht, paranormale Ereignisse zu untersuchen.

Dass ihnen die Menschen mit viel Skepsis begegnen, ist für Teamgründungsmitglied Claudia Winterkamp nicht weiter überraschend: „Uns war klar, dass viele Menschen uns für durchgeknallt halten. Aber das macht uns nicht viel aus.“ Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Tom Pedall und zwei weiteren Mitgliedern gründete sie im August letzten Jahres ein eigenes Team. Bereits vor der Gründung war das Paar Mitglied in einem ähnlich operierenden Team in Burscheid. „Bundesweit gibt es etwa 25 bis 30 Teams dieser Art. Allein in Nordrhein-Westfalen dürften es ein halbes Dutzend sein“, erzählt Pedall.

Das Interesse an dieser Beschäftigung löste eine amerikanischen Fernsehserie aus, die sich dem Thema widmet.

Die zweijährige Tochter eines Klienten war jeden Abend extrem unruhig und weinte, sobald man sie in ihr Bett legte. Das Ghosthunter-Team habe in unmittelbarer Nähe des Bettes mit einem Spezialgerät die Konzentration an Elektrosmog gemessen. Es schlug stark aus. Man gab der Familie den Rat, das Bett der Tochter an einen anderen Platz im Raum zu stellen. Das Kleinkind weinte viel seltener und schlief ruhig ein. „Elektrosmog kann bei erhöhter Konzentration zu Spannungen in unserem Gehirn führen, da dieses auch mit Elektrizität arbeitet. Bei sehr hoher Konzentration kann Elektrosmog sogar zu Wahrnehmungsstörungen führen“, erklärt Winterkamp.

In der Regel reagieren Menschen mit Belustigung und Spott oder gar Ignoranz. „Wir behandeln jeden Fall mit Diskretion und nehmen alle Klienten ernst“, bemerkt Winterkamp und ihr Lebensgefährte ergänzt: „Für viele Fälle finden sich profane Erklärungen.“

Grundsätzlich gehe man bei Untersuchungen weitgehend wissenschaftlich vor: So gehören zur Ausrüstung des Teams ein mobiles Labor und ein medizinischer Notfall-Set. Da trifft es sich gut, dass ein Mitglied des Teams hauptberuflich als Notfallarzt tätig ist. Aber auch Spezial-Geräte wie der Cell-Sensor oder das K2. (siehe Kasten)

Man habe im Schnitt ein bis zwei Anfragen pro Monat. Zu Halloween gab es jedoch vermehrt Anfragen, berichtet Tom Pedall. Vor einem Einsatz befasse man sich mit intensiver Recherche und der Geschichte eines Einsatzortes. Das nehme viel Zeit in Anspruch. „Es macht uns einfach sehr viel Spaß und wir freuen uns, dadurch Menschen helfen zu können, die solche Erfahrungen verarbeiten und verstehen wollen“, sagt Winterkamp.

Mehr von Westdeutsche Zeitung