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Gegenüber Pina Bausch Zentrum: Auf Gestaltung des Aldi-Baus einwirken

Discounter versus Kultur : Verwaltung weist auf Baurecht hin

Ratskommission thematisiert Discounter-Pläne gegenüber dem künftigen Pina Bausch Zentrum.

Ein zukünftiger Aldi-Markt gegenüber dem alten Schauspielhaus an der Kluse beschäftigte am Dienstag auch die Ratskommission zur Begleitung und Steuerung des Pina-Bausch-Zentrum-Projektes. Die WZ hatte über entsprechende Pläne berichtet und so die Vorsitzende der Kommission, Dagmar Liste-Frinker (Grüne), nach ihren eigenen Worten „geschockt“. Die Stadtverwaltung in Person des Dezernenten für Stadtentwicklung, Arno Minas, versuchte zu beruhigen.

Die vom Discounter geplante „multifunktionale Nutzung“ solle architektonisch hochwertig erfolgen, das Gebäude „vorne und hinten mit Büros“ versehen werden und nur „innen Aldi“ beherbergen, erklärte Minas. Außerdem solle das Bauvorhaben nicht direkt vis-à-vis dem künftigen Pina-Bausch-Zentrum erfolgen, sondern auf dem Gelände des Peugeot-Autohauses, das in der Vergangenheit wohl schon etliche Fehlplanungen erlebt habe. Weshalb Minas nun ungern „die Reißleine“ ziehen würde. Schließlich sei auch ein Parkhaus angedacht und „haben wir die Qualitätsstandards geschärft“. Für den direkt dem Schauspielhaus gegenüberliegenden AOK-Komplex, ergänzte Johannes Slawig, gebe es eigene Pläne. Aber, so der Stadtdirektor weiter, die Stadt könne sich nicht über Baurecht hinwegsetzen, könne nur massiv auf die Gestaltung einwirken. Was sie auch tue, der Gestaltungsbeirat sei bereits involviert.

Worte, die die Politiker schweigend entgegennahmen und die „den Dampf ein bisschen rausnahmen“, so Thilo Prokosch. Der FDP-Politiker hob hervor, dass die „plakative Gestaltung Aldis intensiv diskutiert“ werden müsse. Gegenüber der Oper in Barmen sei dies ja schon recht gut gelungen. Eine klassische Hochhausbebauung wäre zudem nicht das schlechteste.

Darüber hinaus lenkte Prokosch den Blick aufs Grundsätzliche, die städtebauliche Gestaltung des Tals insgesamt oder zumindest im Bereich zwischen Hofaue und Gerichtsinsel. Ein Gedanke, den Kulturdezernent Matthias Nocke gerne aufgriff. Er warb dafür, die Pläne gemeinsam als Chance für eine bessere Gestaltung und Qualitätssteigerung zu nutzen. Schließlich, so Minas, sei man in einem sehr frühen Stadium, wolle aber Zufallsentwicklungen vermeiden und den ganzen Bereich mit besonderem Fokus auf das Pina-Bausch-Zentrum betrachten.