Gegen Kinderarmut in unserer Stadt

Gegen Kinderarmut in unserer Stadt

Der Verein Kindertal unterstützt Familien mit grundlegenden Dingen wie Kleidung.

Marie kann endlich mit den anderen Kinder aus ihrem Kindergarten auf dem Spielplatz durch die Pfützen hüpfen. Die Erzieherin hat sich darum gekümmert, dass die Fünfjährige, deren Eltern beide arbeitslos und verschuldet sind, einen Bekleidungsgutschein von „Kindertal“ für feste Schuhe und einen warmen Anorak bekommen hat. Gerade in der kalten Jahreszeit ist Susanne Bossy froh, dass es Kindertal gibt. Der Verein Kindertal setzt sich seit 13 Jahren gegen die Kinderarmut in Wuppertal ein.

Es gibt mehrere Bereiche, in denen der Verein tätig ist. „Im Winter wird unsere Hilfe für Kleidung, insbesondere warme Schuhe sowie Kleidung in Anspruch genommen“, sagt Bossy, Vorstandsvorsitzende des Vereins. Weitere Bereiche, in denen der Verein Kinder aus sozial schwachen Familien unterstützt, sind Kindermöbel. „Wir haben die Devise, dass es kein Kind ohne ein eigenes Bett geben soll“, sagt Bossy. Das sollte selbstverständlich sein, ist aber nicht. „In einigen Familien teilen sich Kinder ihr Bett mit einem Geschwisterkind oder sie kommen nicht zur Ruhe, weil sie auf einem Sofa liegen“, berichtet Bossy. Andere Kinder schlafen auf Matratzen, die auf dem Boden liegen. Sind die Wohnungen schlecht isoliert, entsteht häufig Schimmel unter den schlecht gelüfteten Matratzen.

Kindertal unterstützt auch Erholungsmaßnahmen. „Wir finanzieren pädagogisch begleitete Kinderfreizeiten, zum Beispiel von der Diakonie oder der Caritas“, sagt Bossy.

Unterstützt wird im Einzelfall. Dazu benötigen Familien einen Antrag, der von einem sozialen Träger, der Kita oder der Schule ausgefüllt wird. „Der wird dann von Kindertal im Vier-Augen-Prinzip geprüft“, sagt Bossy. Diese Aufgabe übernehmen je eine Mitarbeiterin von der Caritas und der Diakonie. „Das hat den Charme, dass man so den Familien den Weg in soziale Maßnahmen ebnen kann“, sagt Bossy. Auch achten die beiden darauf, dass Kindertal nur Maßnahmen unterstützt, für die kein öffentlicher Träger zuständig ist. „Wir entlassen keine staatliche Stelle aus ihrer Pflicht“, betont Susanne Bossy.

Sie ist stolz darauf, dass der Verein seit 13 Jahren keinen einzigen Euro für Verwaltung und Werbung ausgegeben hat. Das liegt an der großen Unterstützung von Wuppertaler Unternehmen, der Stadtsparkasse und den beiden sozialen Trägern. Eine Kooperation mit zwei größeren Kaufhäusern ermöglicht es den Familien, Kleidung mit einem Gutschein zu kaufen.

Dieses Engagement braucht natürlich Unterstützer. Diese können zum Beispiel über die Plattform „Gut für Wuppertal“, auf der Kindertal Spenden sammelt, aktiv werden.

gut-fuer-wuppertal.de/projects/35974

Mehr von Westdeutsche Zeitung