1. NRW
  2. Wuppertal

Katernberg.: Gegen die Forensik: BI Kleine Höhe fordert zum Widerspruch auf

Katernberg. : Gegen die Forensik: BI Kleine Höhe fordert zum Widerspruch auf

Beim Infoabend zur geplanten Forensik gab es Kritik an Gutachten und Darstellungen.

„Jede Eingabe ist wichtig. Je mehr zusammen kommen, desto aufmerksamer werden die Politiker“, gab Anna Mahlert ihren Zuhörern mit auf den Weg. Rund 120 Interessierte Bürger ließen sich nicht von der Gluthitze abschrecken und informierten sich schwitzend im großen Saal der Pfarrgemeinde Christ König auf dem Katernberg, wie sich gegen die Bebauung auf der Kleinen Höhe Stellung beziehen lässt.

Im Rahmen der Offenlegung des „Bebauungsplanes 1230 Maßregelvollzug – Kleine Höhe“ kann jeder Bürger, egal in welcher Stadt er wohnt, Widerspruch einlegen. Uwe Teubner von der Bürgerinitiative (BI) Kleine Höhe kam nach einem Überblick der Entwicklung der Planung zum dem derzeitigen Planungsstand: Bis zum 2. August kann bei der Wuppertaler Stadtverwaltung per Post, per E-Mail oder persönlich im Rathaus Barmen Widerspruch eingelegt werden.

Gründe gegen die Bebauung der Forensischen Klinik auf der Kleinen Höhe gibt es nach Überzeugung der Bürgerinitiative viele: Das fängt damit an, dass etliche Eingaben im Rahmen der vorherigen Offenlegung von der Verwaltung noch nicht gewürdigt wurden und reicht über „Interessen geleitete Gutachten“ bis hin zu der Tatsache, dass die Regionalplanänderung nicht berücksichtigt wurde. Die Bezirksregierung Düsseldorf schlägt vor, neben dem S-Bahnhaltepunkt Neviges-Rosenhügel auf Wuppertaler Gebiet Wohnbebauung zu ermöglichen, um den Druck vom Wohnungsmarkt der Landeshauptstadt zu nehmen. „Damit würde die Lücke im Grüngürtel endgültig geschlossen. Die auf die Kleine Höhe fokussierte Betrachtung geht davon aus, dass rund um die Kleine Höhe nichts weiter gebaut würde. Die Gutachten sind unzureichend“, stellt Teubner fest.

Er führte aus: „Grundsätzlich sehen wir die Initialbebauung der Kleinen Höhe als die größte Sünde an. Bei den bisherigen Gutachten kann man den Eindruck haben, dass sie einem Zwecke dienen. So wurde festgestellt, dass es keinen Wildwechsel gibt. Mir ist gestern dort noch ein Reh vor das Rad gelaufen, und auf der Nevigeser Straße sieht man immer wieder überfahrene Hasen.“

Weiter sagte er: „Von den Befürwortern im Rat war keiner da und hat sich das angesehen. Die Landwirtschaft wird extrem eingeschränkt, verliert Flächen durch die eigentliche Baumaßnahme und Ausgleichsmaßnahmen. Irreführend ist weiterhin die Darstellung des Grünzuges nur aus Wuppertaler Sicht, dabei hat er Bedeutung für die ganze Region, die Kaltluftbildung betrifft nicht nur Wuppertal sondern auch Neviges“, so die Erkenntnis des Referenten.

Klimagutachten mit Zahlen aus
den 90er Jahren in der Kritik

Beim Standortvergleich zwischen der Kleinen Höhe und der Parkstraße schneidet das Gebiet auf dem ehemaligen Kasernengelände in Ronsdorf in allen Punkten besser ab, was nicht berücksichtigt wurde. „Das ist eine rein politische Entscheidung.“ Die können weder die Bürger noch die Mitglieder der Bürgerinitiative nachvollziehen. „Offiziell reicht es den Ratsmitgliedern, wenn es heißt, wir brauchen ein Gewerbegebiet an der Parkstraße und damit die Forensik an der Kleinen Höhe. Dabei wurde auf Grundlagen entschieden, die einfach unzureichend sind. Es gibt eine Generation im Rat, für die ist eine grüne Wiese einfach eine grüne Wiese. Die Mentalität ändert sich bei vielen nicht mehr“, bedauerte Anna Mahlert.

Angesichts der Hitzerekorde verwies Teubner auf das Klimagutachten aus dem Jahr 2000, das auf Zahlen aus den 90er Jahren basiert. „Heute wird klar, dass das nicht zuverlässig sein kann.“