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Gefahr: Unwissenheit an Einbahnstraßen

Gefahr: Unwissenheit an Einbahnstraßen

Dürfen Radler sie in Gegenrichtung befahren, gilt auch rechts vor links.

Wuppertal. „Von rechts kann keiner kommen, das ist ja eine Einbahnstraße.“ Das denken Autofahrer oft an solchen Einmündungen. Dabei ist vielen nicht bewusst, dass aus Einbahnstraßen durchaus ein Radfahrer kommen kann, wenn die Einbahnstraße für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben ist. Gibt es keine Extra-Vorfahrtsregelung, haben von rechts kommende Radler zudem Vorfahrt.

Wegen der Unwissenheit der Autofahrer komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, sagt Klaus Schneider-Ott. Der Vorsitzende des Vereins „Der Grüne Weg“ sitzt mit am „Runden Tisch für Radverkehr“ bei der Stadt. Dort, aber auch bei ihm persönlich seien schon öfter Hinweise auf solche gefährlichen Situationen gelandet.

„Allein die Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung ist für viele Autofahrer noch neu“, erklärt er. „Aber dass ein Radfahrer, der scheinbar gegen die Richtung fährt, auch noch Vorfahrt hat, ist für viele völlig unverständlich.“

Er selbst ist viel in Heckinghausen unterwegs — mit dem Auto und mit dem Rad — und kennt viele solcher gefährlichen Stellen. Dazu zählten unter anderem die Ecke Linienstraße/Rübenstraße, Linienstraße/Kleestraße, Hauffstraße/Kraustraße, Ackerstraße/ Krautstraße, Gunterstraße/Ziegelstraße oder auch Bredde/Sternstraße.

Seiner Meinung nach müssen sich Autofahrer erst daran gewöhnen, dass es auch Radfahrer im Verkehr gibt. „In Heckinghausen ist noch nicht so viel los mit Radverkehr.“

Norina Peinelt, die Fahrradbeauftragte der Stadt, sagt zur Vorfahrtsberechtigung der Radler aus Einbahnstraßen: „Ich könnte mir vorstellen, dass dies nicht allen bewusst ist.“ Sie weist aber darauf hin, dass die Öffnung der Einbahnstraße für den Radverkehr jeweils an einem Zusatzschild unter dem blauen Einbahnstraßenschild erkennbar ist: ein weißes Schild mit einem Fahrrad und zwei liegenden Pfeilen in beide Richtungen.

Und sie betont noch einmal, dass es bisher keinerlei Unfälle im Zusammenhang mit den freigegebenen Einbahnstraßen gegeben hat. Das bestätigt auch die Polizei.

Bisher hat die Stadt rund 190 von 400 Einbahnstraßen in Wuppertal für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben. Bei 57 Straßen lehnte die Verwaltung die Freigabe ab, bei zwölf wurde die Entscheidung zurückgestellt.