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Wuppertal-Barmen: Gedenkminute am Barmer Rathaus

Wuppertal-Barmen : Gedenkminute am Barmer Rathaus

Am Mittwoch um 15 Uhr wird auf dem Weihnachtsmarkt der Opfer des Anschlags in Berlin gedacht.

Wuppertal. Die Fahnen hängen auf Halbmast, Polizisten patrouillieren als Doppelstreife mit Schutzweste und Maschinenpistole über die Weihnachtsmärkte in Elberfeld und Barmen. Für Mittwoch um 15 Uhr hat Oberbürgermeister Andreas Mucke zu einer Gedenkminute auf dem Barmer Weihnachtsmarkt aufgerufen. Für die Wuppertaler bietet sich die Gelegenheit, inne zu halten und gemeinsam der vielen Opfer des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin zu gedenken.

„Die furchtbare Tat hat mich sehr erschüttert. Die Botschaft der Terroristen ist klar — es kann jeden treffen, jederzeit und überall. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass Angst und Terror unser Leben bestimmen“, sagt Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher. Am Dienstagmittag hatte die Polizei die Oberbürgermeister aus Wuppertal, Solingen und Remscheid über die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen rund um die Weihnachtsmärkte informiert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Doppelstreifen bereits im Einsatz. Zusätzlich werden Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt eigene Streifengänge unternehmen, wie Andreas Mucke ankündigt. „Die Menschen im Bergischen Städtedreieck können sich darauf verlassen, dass die Polizei wachsam ist und alles für die Sicherheit der Bevölkerung tut“, so Birgitta Radermacher.

Michael Müller, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Wuppertaler Schausteller und der CDU-Fraktion, begrüßt, dass es eine verstärkte Polizeipräsenz auf den Weihnachtsmärkten gibt. „Wir sind der Polizei sehr dankbar, dass sie so schell tätig wird“, sagt Müller im Namen der Schausteller. Der Barmer Weihnachtsmarkt profitiere schon immer von der direkten Nachbarschaft zur Polizeiwache im Rathaus und der Präsenz der Polizisten im Alltagsgeschehen. „Die Arbeit an den Ständen wird ganz normal weitergehen“, kündigt Müller an.

Laut Aussage der Wuppertaler Polizei gibt es keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge in der Bergischen Region. „Wir wollen das Sicherheitsgefühl der Besucher stärken, denn das öffentliche Leben muss angesichts solch schrecklicher Bilder, wie wir sie nun auch in Berlin sehen mussten, weitergehen. Gerade jetzt sollen die Menschen raus gehen. Eine offene Gesellschaft muss wehrhaft sein und das auch zeigen“, sagt Andreas Mucke.

„Der Einsatz der Polizei trägt zudem zum Sicherheitsgefühl der Menschen bei, die den ganzen Tag über auf den Weihnachtsmärkten arbeiten“, sagt Christian Stronczyk von der Orion Promotion- & Veranstaltungs-Service GmbH, die den Elberfelder Weinachtsmarkt organisiert.

Die Stadt Wuppertal hat den Bezirksbürgermeistern von Charlottenburg und Wuppertals Partnerbezirk Tempelhof-Schöneberg sowie dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller ihr Mitgefühl ausgesprochen. In dem Schreiben heißt es: „Mit tiefer Erschütterung und Betroffenheit haben wir am Dienstagabend von dem mutmaßlichen Anschlag auf die Besucher des Berliner Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz erfahren, bei dem viele Menschen getötet und zahlreiche verletzt wurden. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, deren Angehörigen, den vielen Helfern und den Menschen in Berlin.“

Mit einer Kommentierung der Fahndung nach dem oder den Tätern halten sich die offiziellen Stellen bewusst zurück. Dafür gibt es gute Gründe: Als die WZ am Dienstag den Wuppertaler Sozialdezernenten Stefan Kühn um eine Einschätzung bat, änderte sich gerade die Nachrichtenlage. Die Generalbundesanwaltschaft äußerte Zweifel an der Täterschaft eines Festgenommenen. Zuvor war davon ausgegangen worden, dass ein Flüchtling aus Pakistan für den Anschlag verantwortlich ist. „Was sich an der Nachrichtenlage nicht mehr ändern wird, das sind die Opfer, die zu beklagen sind“, sagt Stefan Kühn und warnt vor Schuldzuweisungen, bevor alle Fakten bekannt sind. Seine Sorge ist, dass es den Tätern gelingen könnte, das Klima im Land zu vergiften. Laut Kühn soll es in den muslimischen Gemeinden Wuppertals eine Initiative geben, die einen gemeinsamen Gang über den Weihnachtsmarkt plant. „Wir müssen weiter auf die Weihnachtsmärkte und in die Fußballstadien gehen, denn wir dürfen uns nicht terrorisieren lassen“, sagt Stefan Kühn.