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Galerie Friedrich + Ebert zeigt Ferdinand Uptmoors brennende Bücher

Ausstellung : Galerie Friedrich + Ebert zeigt Uptmoors brennende Bücher

Der Meisterschüler von Cornelius Völker zeigt seine Arbeiten noch bis 25. Juli in Wuppertal.

Die bedrohlich brennenden Bücher, die in Öl auf Holz gemalt mit Symbolcharakter an den Klassiker Fahrenheit 431 von Ray Bradbury erinnern, sollen laut Künstler Ferdinand Uptmoor die Information in der aktuellen Krise thematisieren. „In der Umsetzung assoziiere ich die Arbeiten als Buch für die ganze Welt aus dem Jahrhundertroman 2666 von Roberto Bolano“, sagt der in Niedersachsen geborene und derzeit in Düsseldorf lebende Künstler.

2015 schloss der Meisterschüler von Cornelius Völker an der Münsteraner Kunstakademie sein Studium ab. Nach einem Stipendium folgten nationale und internationale Einzelausstellungen. Die Arbeiten der aktuellen Ausstellung „Einige kleinere Brände“ stammen aus 2020.

Galerist Steffen Peter von der Galerie Friedrich + Ebert, wo ein Dutzend Werke seit 20. Juni bis zum 25. Juli zu sehen sind, hatte Uptmoor in seinem Atelier im gemeinsamen Haus kennengelernt und war überzeugt: „Bei seinen Bildern steht das Gegenständliche im Vordergrund, es hat eine große Abwechslung und dennoch eine verbindende Handschrift, bei der immer ein Witz oder eine Idee dahinterstecken.“

Uptmoor hat sich mit Büchern beschäftigt, nimmt auch lieber ein Buch in die Hand, als ein E-Book zu lesen und blieb bei dem Thema hängen. Ob Comics, Weltliteratur oder Einkaufsprospekte oder etwa das Internet als riesige, offene Bibliothek, die Zugang zu unendlichem Wissen bietet – die Herangehensweise sei eine allegorische, die Bilder wie aus der Zeit gefallen. „Es hat mich motiviert, wie ambivalent das Thema ist.“ Jeder Mensch müsse sortieren, wie wichtig das jeweilige Thema für ihn sei, etwa bei der Werbung. Die Bilder haben keine Titel, das übernehmen die Titel der brennenden Bücher.

Konzeptionell ähnlich aufgebaut widmet sich der Künstler im zweiten Teil der Ausstellung seinen 2017 bis 2020 in Öl auf Leinwand entstandenen „Wanderern“. „Wie kann man Berglandschaften im 21. Jahrhundert malen und etwas dazu addieren, das es handbarer macht?“, hat sich Uptmoor gefragt und hat ein klassisches Sujet wie die Rückenfigur in seiner ganz speziellen Art gewählt, wobei Figur und Verhältnis zur Landschaft interessant gewählt sind. Wie etwa eine colorierte Rückansicht eines Mannes, der am Bildrand stehend übers Nebelmoor blickt. Oder beispielsweise das Karl-Schmidt Rottluff „Holzfäller“-Zitat „Schlägerin“. „Da steckt viel Zeitgeist drin, wobei mir dabei Begriffe wie Instagram oder Weltherrschaft in den Sinn kommen“, so Ferdinand Uptmoor.