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Galerie Droste zeigt neue amerikanische Kunst

Ausstellung : Galerie Droste zeigt amerikanische Kunst

An der Katernberger Straße gibt es derzeit Werke von elf Künstlern zu sehen. Der Titel der Ausstellung ist provokant gewählt.

„Human is a Five Letter Word“ heißt die jüngste Schau der Galerie Droste – und das Motto lockt einen direkt auf die richtige Fährte. Denn an der Katernberger Straße werden elf Künstler aus den USA gezeigt, die sich mit dem menschlichen Körper beschäftigen. Die Auswahl an Papierarbeiten hat der in Los Angeles lebende Louis M. Schmidt getroffen.

Dass der Kurator weit auseinandergehende Sichtweisen konfrontiert, gehört für Katharina Galladé zum Konzept. Das „Menschliche“, so die Galeristin, habe an sich schon etwas Mehrdeutiges, vereine Gutes und Schlechtes. Daher auch das provokante Motto, das „Four Letter Words“ – also Schimpfwörter – evoziert. Zugleich ist „Human is a Five Letter Word“ Momentaufnahme der amerikanischen Szene, deren Mitglieder ihre Kunst um die Welt schicken, wegen Corona aber zu Hause bleiben müssen.

Schmidt jedenfalls ist so gut vernetzt, dass er den Songwriter-Künstler Devendra Banhart mit ins Boot holen konnte. Der hat extra für die Ausstellung die Serie „Lockdown Faces“ angefertigt – kubistisch angehauchte Vexierbilder, auf denen sich jeweils mehrere Gesichter entdecken lassen. Beste Kontakte zu Popmusikern hat auch Jesse Mockrin. Für das Cover der „Vogue“ hat sie ein Porträt von Shooting-Star Billie Eilish gemalt. In der Droste-Galerie ist Mockrin mit Zeichnungen vertreten, die in kritischer Absicht Bildmotive der Alten Meister in Fragmente auflösen. Ihr Triptychon „Sebastian“ bringt in grellen Pop Art-Farben die Geschlechterrollen durcheinander.

Mit „typisch“ weiblichen Accessoires spielt die New Yorkerin Denise Kupferschmidt. So abstrahiert ihre Figuren zunächst wirken – auf den meisten Bildern treten sie in High Heels auf. Andere Figuren sind in großen Bewegungen eingefangen, als entstammten sie dem Skizzenbuch einer Choreografin.

Eine politisch-historische Dimension hat die Kunst von Alida Cervantes, die zwischen Kalifornien und der mexikanischen Grenzstadt Tijuana pendelt. Tänzer mit Tiermasken reflektiert die vorchristliche Indio-Kultur. Wenn Cervantes „schwarze“ Menschen ohne Gesicht darstellt, entspricht das der Tatsache, dass Mexikaner mit afrikanischen Wurzeln bis heute in der Öffentlichkeit unsichtbar bleiben.

Louis M. Schmidt selbst beschäftigt sich in seinen Werken mit existentiellen Fragen. Die verschwindend kleine Gestalt, die der Künstler im Boot auf offener See treiben lässt, ist ein Sinnbild der Einsamkeit. Er geht einen Schritt weiter, wenn er Figuren buchstäblich nur am Rand ansiedelt. In einer Wüstenlandschaft schließlich bleiben vom Menschen nur seine Fußspuren übrig.

Die Gruppenausstellung „Human is a Five Letter Word“ ist noch bis zum 7. November in der Galerie Droste, Katernberger Straße 100, zu sehen. dad