Funken in der Nacht: Das letzte Kapitel für den Pfälzer Steg

Arbeiten : Funken in der Nacht: Das letzte Kapitel für den Pfälzer Steg

In nur wenigen Stunden verschwand die Brücke Pfälzer Steg in Wuppertal. Dafür musste ein Wohnhaus geräumt werden.

Am Montag um 23.19 Uhr war es soweit. Noch einmal fuhr eine Schwebebahn über den Pfälzer Steg. Es sollte die letzte sein, denn die Brücke ist inzwischen Geschichte. Da die Arbeiten unter der Schwebebahn tagsüber nur mit einer Sperrung der Strecke erfolgen können, stand für die Planer bereits seit langer Zeit eine Nachtschicht im Kalender. Lange Zeit hatte man gespannt die Wetterberichte verfolgt, besonders eine Nacht zuvor waren einige Windböen über Wuppertal gezogen. Doch als der Rückbau der Brücke in den späten Abendstunden dann endlich losgehen sollte, gibt es weder Regen noch Wind.

Bereits seit 2017 war die Fußgängerbrücke gesperrt, unzählige Male warfen Unbekannte jedoch Zaunelemente einfach in die Wupper, wie eine Stadtsprecherin berichtete. Zuletzt waren Betonelemente aufgebracht worden, um ein Betreten der einsturzgefährdeten Brücke zu verhindern. In den Wochen vor dem Rückbau waren zunächst die Versorgungsleitungen auf ein Baugerüst neben der Brücke verlegt worden und die Gehwegplatten entfernt.

Auch ein Ortstermin mit der Feuerwehr war notwendig, da ein möglicher Rettungsweg für ein Wohnhaus an der B7 nicht mehr vollständig gegeben war. Für die Nacht des Rückbaus wurden daher drei der Wupper zugewandten Wohnungen geräumt, die Mieter für diese Zeit auf Kosten der Stadt in einem Hotel untergebracht. Das Stahlgerüst forderte zwei große Autokräne einer Wuppertaler Firma.

Bauamt wünscht sich an der Stelle eine Stahlbrücke

Als ein Mitarbeiter der Wuppertaler Stadtwerke bekannt gibt, dass der Strom der Schwebebahn abgestellt ist, beginnen die Arbeiter, die Brücke zu zerteilen und anschließend in drei Teilen auf die Seite der B7 zu legen. Besonders spektakulär wird es spät in der Nacht, als der hintere Teil der Brücke über das Gerüst der Schwebebahn gehoben werden muss. Ein Augenmerk der Verantwortlichen liegt hierbei besonders auf einem Garagenbau, der deutlich nach der Brücke errichtet und über die Brückenlager hinüber gebaut wurde.

Bereits am Dienstag war die Arbeitsplattform unter dem ehemaligen Brückenstandort demontiert. Wie die neue Brücke aussehen soll, ist bislang noch unklar. Vertreter des Bauamtes wünschen sich eine Stahlbrücke um eine Langlebigkeit zu gewährleisten: „Ein Bauzeitpunkt kann noch nicht bestimmt werden, auch wie die neue Konstruktion zu errichten ist, ist noch unklar.“ Gemeint ist damit, ob auch die neue Brücke mit einem Kran auf die Lager aufgebracht wird, oder eine andere Technik zum Zug kommt. Schmaler soll die Brücke jedoch werden, um sich besser zwischen die dicht gebauten Häuser einzufügen.

Pünktlich zum Betriebsbeginn des Wuppertaler Wahrzeichens waren die Arbeiten beendet – ohne Verzögerungen.