Fund am Wuppertaler Johannisberg stellt sich als Stabbrandbombe heraus

Bombenfund : Nach Bombenfund: Arbeiten gehen weiter

Untersuchung des Außengeländes am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium ist nicht vorgesehen.

Beim Erdaushub am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium waren Bauarbeiter am Mittwochnachmittag auf eine Stabbrandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen, die sich entzündete. Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung in Schutzkleidung machten das Munitionsteil am frühen Abend unschädlich und entsorgten den Fund. Am Donnerstag konnten daher die Arbeiten zur Gestaltung der Außenanlage der Schule wieder aufgenommen werden.

„Von diesen Stabbrandbomben werden pro Jahr drei bis vier im Stadtgebiet gefunden“, sagt Stadtsprecher Thomas Eiting. Für die Experten des Kampfmittelräumdienstes sind diese Brandbomben keine besondere Herausforderung, denn sie verfügen über keinen Zünder.

Mit Sand kann eine Stabbrandbombe gelöscht werden

Wird eine Stabbrandbombe gefunden, dann ist der Einsatz von Spezialisten trotzdem dringend geboten, denn der in den Rohren enthaltene Phosphor kann sich auch mehr als 70 Jahre nach dem Abwurf noch entzünden - wie es offensichtlich am Mittwoch beim Fund am Johannisberg geschehen ist. „Das Teil hat zumindest geglimmt, und daher war es richtig, dass die Bauarbeiter es nicht mit Wasser versucht, sondern mit Sand gelöscht haben“, so Thomas Eiting.

Das gefundene Teil soll etwa fünf Kilogramm schwer gewesen sein. Bei Stabbrandbomben sei ein Sicherheitsabstand von 50 Meter erforderlich. Da die Polizei aber bis zum Eintreffen der Experten aus Düsseldorf nicht wissen konnte, um welchen Typ Bombe es sich handelte, sperrten sie zunächst den Bereich um die Schule weitläufig ab. Gerüchte, dass es sich um eine Granate handelte, bestätigten sich nicht. 2015 war eine Panzergranate beim Erdaushub für die neue Trasse der B7 entdeckt worden.

Die Stadt geht davon aus, dass nicht nur im Umfeld des Döppersbergs und Hauptbahnhofs noch Weltkriegsmunition und Blindgänger im Erdreich schlummern. Allen großen Erdarbeiten auf dem Stadtgebiet gehen daher Sondierungen des Kampfmittelräumdienstes voraus. Tauchen dennoch verdächtige Objekte im Erdreich auf, werden alle nur denkbaren Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Das war zum Beispiel 2018 so, als der Fund einer ungewöhnlich großen Felsformation an der Elberfelder Schloßbleiche Bombenalarm auslöste und der Bereich großräumig abgesperrt wurde. Die „Bombe“ entpuppte sich dann aber als großer Gesteinsbrocken.

„Zusätzliche Sondierungen sind auf dem Baustellengelände am Johannisberg nicht vorgesehen“, sagt Stadtsprecher Eiting. Die Arbeiten für das Außengelände des sanierten und modernisierten Schulgebäudes sollen in den Sommerferien planmäßig weiterlaufen.

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