Fuhlrott-Museum: Leihgaben sind in ganz NRW verteilt

Fuhlrott-Museum: Leihgaben sind in ganz NRW verteilt

Fast alle Stücke sind vergeben. Ende des Jahres wird das Depot geschlossen. Umzug in die Zoo-Säle ist nicht machbar.

Wuppertal. Das Fuhlrott-Museum ist in Wuppertal faktisch nicht mehr existent und die Chance, dass dieses traditionsreiche Museum in der Stadt noch einmal eröffnet wird, geht gegen null. Die Ausstellungsstücke sind bis auf wenige Ausnahmen auf Museen in ganz NRW verteilt und das Depot wird Ende des Jahres geräumt.

Nach Auskunft von Kulturdezernent Matthias Nocke hat die Stadt für das Gebäude keine Verwendung mehr, es soll abgerissen werden. Das Grundstück möchte die Stadt verkaufen. Im Keller des Gebäudes an der Auer Schulstraße liegen noch die Exponate der Paläantologie, was mit ihnen geschieht, ist noch offen.

Offiziell prüft die Stadt noch den Umzug des Museum in die Zoo-Säle, dabei ist längst klar, dass dies zu teuer ist. Etwa sechs Millionen Euro wird die Sanierung des Gebäudes kosten, der Pachtvertrag läuft Ende 2011 ab. 2012, so hieß es bisher immer, werde ein Umzug des Museums in die Zoo-Säle geprüft. Das ist wohl vorbei. Erst hatte Kämmerer Johannes Slawig erklärt, dass die Sanierung der Inneneinrichtung 2,5 Millionen Euro kosten würde, um das Museum dort unterzubringen, nun bestätigt Nocke, dass die geschätzten Kosten zwischen zwei und drei Millionen Euro liegen würden. "Das Geld haben wir nicht. Und weil das eine freiwillige Leistung ist, bekommen wir es auch nicht", erklärt der Kulturdezernent.

Das heißt: Die Zoo-Säle werden das Fuhlrott-Museum nicht beherbergen. Theoretisch hat die Stadt die Möglichkeit, die Ausstellungsstücke wieder nach Wuppertal zurückzuholen. Praktisch wird diese Option jedoch nicht gezogen werden. Nocke hält sich mit Prognosen zwar zurück, macht aber auch klar, dass er derzeit "keine Möglichkeit sieht, das Fuhlrott-Museum als städtische Einrichtung" zu betreiben.

Und so geht der Exodus der Exponate weiter. "Die letzten Stücke gehen nach Essen", sagt der Kulturdezernent und meint, dass die Stadt damit der Aufgabe nachkomme, sich um die Pflege und den Erhalt der Sammlung zu kümmern.

Das ist richtig: Die Stücke liegen etwa beim Bundesamt für Naturschutz, dem Museum für Naturkunde in Dortmund und dem Zooologischen Forschungsmuseum in Bonn. Dort wird man sich um die Wuppertaler Stücke mit Sicherheit gut kümmern, wie Nocke betont.

Hans-Uwe Flunkert, Leiter des Gebäudemanagements, bestätigt die städtischen Pläne. Weitere Reste der Fuhlrottsammlung sollen in die Münzstraße gebracht werden. Dort, so Flunkert, werde es eine "begehbare Lagerung" geben. Das Grundstück am Katernberger Schulweg will er noch 2011 verkaufen, dort könnte nach Abriss des Gebäudes neue Wohnbebauung entstehen.

Sollte sich für die Zoo-Säle in der nächsten Zeit kein neuer Nutzer finden lassen, könnte die sechs Millionen Euro teure Sanierung des Gebäudes bis zu vier Jahre dauern. "Wir haben dann ja keinen Handlungsdruck. Wir werden sehr sorgfältig mit dem Gebäude umgehen", erklärte er.

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