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Bergische Universität: „Für den Master komme ich zurück nach Wuppertal“

Bergische Universität : „Für den Master komme ich zurück nach Wuppertal“

Aleksandra Klimenko (21) absolviert ein Erasmus-Semester an der Bergischen Universität. Die Bulgarin studiert seit zwei Jahren Mathematik.

Friedrich Schiller ist nicht nur einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Schriftsteller, sondern zugleich Namensgeber der deutschsprachigen Schule in Ruse, die Aleksandra Klimenko zwölf Jahre lang besucht hat: „Ich habe Deutsch seit der ersten Klasse und auch ein deutsches Sprachdiplom mit dem Sprachniveau C1 abgelegt.“ C1 ist im sechsstufigen europäischen Referenzrahmen für Sprachen das zweithöchste Sprachniveau. 2017 hat sie begonnen, Finanzmathematik zu studieren, was in Deutschland dem Fach Wirtschaftsmathematik entspricht. „Ich habe mich schon seit frühester Kindheit für Mathe begeistern können“, begründet die zweifache Bronzemedaillen-Gewinnerin der Nationalen Mathematik-Olympiade in Bulgarien ihre Studienwahl.

Ebenso war es seit jeher ihr Wunsch, Deutschland zu besuchen. Die Bergische Universität ist es geworden, weil „meine Heimat-Uni mit ihr eine Erasmus-Vereinbarung hatte“. Sie blickt zufrieden auf ihren sechsmonatigen Aufenthalt zurück, der am 30. September endete: „Mir gefällt vor allem die große Auswahl, die ich hier an der Universität habe. In Bulgarien gibt es jedes Semester einen Stundenplan, der festlegt, was ich besuchen muss.“ Diese Freiheit hat sie ausgekostet – gerade was Mathe- und Sprachkurse angeht: „Ich habe numerische Mathematik studiert und am Sprach- und Lehrinstitut meine Deutschkenntnisse, gerade im Bereich der Wirtschaft, vertieft sowie Russisch gelernt.“ Beim Hochschulsport hingegen standen zum Beispiel Power-Aerobic, Zirkel-Training und diverse Workouts auf der Agenda. „Die Auswahl ist groß und die Kurse sind sehr günstig“, fasst sie zusammen.

Frei fühlt sie sich auch in puncto Mobilität. „Mit dem Semesterticket, das es in Bulgarien so nicht gibt, kann ich durch ganz Nordrhein-Westfalen fahren. Das habe ich genutzt, um mir Städte wie Düsseldorf, Bonn, Aachen und Köln anzuschauen.“ Wuppertal ist aus ihrer Sicht für solche Ausflüge gut angebunden. Gleiches gilt für ihr Wohnheimzimmer: „Ich wohne in der Neuen Burse in einem Single-Apartment und bin sehr zufrieden, weil ich schnell an der Uni, im Stadtzentrum und am Bahnhof bin.“

Sie ist froh darüber, dass die Schwebebahn noch während ihres Aufenthaltes wieder in Betrieb gegangen ist: „Die Fahrt ist eine schöne Erfahrung, gerade weil sie weltweit einzigartig ist.“ Ungewöhnlich findet sie einiges in Deutschland: „Menschen trinken hier Mineralwasser mit Kohlensäure. Wenn ich in Bulgarien ein Wasser bestelle, ist klar, dass ich eines ohne Kohlensäure haben möchte. Ich finde auch ungewöhnlich, dass in Deutschland am Sonntag alles geschlossen ist.“ Was sie gar nicht begeistert, ist die hiesige Gemüseauswahl: „Wenn ich es mit Bulgarien vergleiche, hat das Gemüse hier keinen Geschmack.“

An Wuppertal schätzt sie das grüne Umfeld: „Ich mag die vielen Bäume und das Bergische Land, das zu Spaziergängen und Wanderungen einlädt.“ Alleine ist sie dabei nicht: „Ich habe in meinen Kursen und beim Sport viele Freunde gefunden, nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt.“ Heimweh hat sie keins, sie vermisst jedoch ihre Familie und Freunde in Bulgarien. Dort arbeitet sie neben dem Studium als Animateurin im Tourismusbereich. Langfristig möchte sie im Bankensektor Fuß fassen: „Deshalb absolviere ich jetzt zum Ende meines Auslandsaufenthaltes ein Praktikum bei einer in Wuppertal ansässigen Bank.“

Die nächste Reise nach Deutschland ist auch schon geplant: „Im nächsten Sommer bin ich an der Uni Konstanz. Zum Master möchte ich wieder nach Wuppertal zurückkehren.“ Nachdem sie sich mit dem Erasmus-Semester und dem Bank-Praktikum zwei ihrer Träume erfüllt hat, bleibt nur noch ein Wunsch übrig: „Ich möchte in Zukunft in Deutschland leben und arbeiten.“