Friedenshöhe und Freudenberg: Der sportliche Park des Monats

Park des Mnnats : Der sportliche „Park des Monats“

Friedenshöhe und Freudenberg bieten neben Sportplatz und Fitness-Parcours viel Natur.

. Wer will, könnte sich am Sonntag sogar sportlich betätigen im „Park des Monats“. Friedenshöhe und Freudenberg haben in dieser Hinsicht einiges zu bieten. Doch wer die Grünanlagen „nur“ mit den Sportplätzen und dem Fitnessparcours, der durch den Wald führt, verbindet, verpasst einiges. Albert Vosteen zeigt die schönsten Seiten auf seiner Tour, die bis an den nördlichen Rand der Gelpe führt.

„Es lohnt sich“, macht Ralph Hagemeyer, Vorsitzender des Bürgervereins Südstadt, Werbung für die Grünanlagen. Der Verein habe die Friedenshöhe und den Freudenberg natürlich im Blick, betont er. Wobei er hervorhebt, dass der Fitnessparcours zwar die Idee des Vereins war, die Finanzierung aber die Barmenia übernommen habe. 25 000 Euro spendete das Unternehmen damals.

Am Sonntag geht es aber weniger um den sportlichen Hintergrund als um die Historie. Die Parkanlage Friedenshöhe ist eine der zwölf Zentralen Parkanlagen Wuppertals. Sie wurde, wie Vosteen erklärt, nach 500 Jahren Waldausplünderung und -zerstörung in der Zeit der Frühindustrialisierung — Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts — aus kleinparzelliertem Privatbesitz zusammengekauft, als Park geplant und entwickelt

Eine ähnliche Entwicklung übrigens wie an der Königshöhe, die Vosteen bereits als „Park des Monats“ vorgestellt hat. Die Stadt Elberfeld kaufte Restwaldflächen im Bereich der Friedenshöhe, um sie der Baulandspekulation zu entziehen, so Vosteen. Die Bevölkerung in Elberfeld hatte sich nämlich im 19. Jahrhundert verachtfacht, viele Wälder im Tal waren bereits abgeholzt worden, um Platz für neue Baugebiete zu schaffen. Auch Freiherr August III. von der Heydt (1851 bis 1929), der ein großer Naturliebhaber war, mischte bei der Rettung mit. Rund 830 000 Quadratmeter Brach- und Buschwaldflächen hatte er zusammengekauft, damit sie nicht bebaut würden. Auf der Friedenshöhe stellte er zum Beispiel das Areal für den noch heute existierenden Sportplatz zur Verfügung.

Verschönerungsverein und Von der Heydt retteten die Bäume

Der 1870 in der Folge der fortschreitenden Naturzerstörung als einer der ersten Natur- und Umweltschutzvereine in Deutschland gegründete Elberfelder Verschönerungsverein war bei der Entwicklung der Friedenshöhe wohl der bedeutendste Akteur. Die Parkgestaltung begann im Wesentlichen erst, nachdem der Verschönerungsverein im Jahr 1895 den Gartentechniker Ruprecht eingestellt hatte. 1902 hatten der Verein und die Stadt Elberfeld bereits fast 84 Prozent der heutigen Waldparkfläche Friedenshöhe/Freudenberg von 25,82 Hektar zusammengekauft. Der Verschönerungsverein löste sich 1953 auf, der Besitz ging an die Stadt Wuppertal.

Manch interessante Ausblicke aus dem Park  in die Umgebung seien heute zugewachsen, erklärt Vosteen. Den Barmenia Park, das Terassenhochhaus an der Maréesstraße und den Böhler Hof kann man heute noch sehen.

Der „Ehrenhain“ am Freudenberg (2,11 Hektar) kam übrigens erst im Jahr 1925 hinzu, als eine Brachfläche von der Elberfelder Jugend mit „Eichen, Buchen und Tannen“ aufgeforstet wurde, wie Vosteen erläutert. Den Sportplatz Freudenberg, wie er heute oft genannt wird, gab es zu diesem Zeitpunkt schon.

Im Zweiten Weltkrieg und in der Brennholz-Notzeit nach dem Krieg wurde die Hälfte der Waldbestände auf der Friedenshöhe kahlgeschlagen. Mehr als 10 000 Buchen und Eichen haben aber überlebt, hebt Vosteen hervor und betont: „Ohne Von der Heydt und den Verschönerungsverein sehe es heute in Elberfeld trübe aus.“

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