Freiwillige Feuerwehr feiert Richtfest

Freiwillige Feuerwehr feiert Richtfest

Die Wache in Ronsdorf finanziert den Neubau des 280 000 Euro teuren Gerätehauses mit der Spendenaktion „Build up“.

Ronsdorf. Zu „build up“ hatte der Löschzug Ronsdorf der Freiwilligen Feuerwehr aufgerufen, und auch die des Englischen nicht mächtigen Ronsdorfer wussten, dass die hiesige Feuerwehr ihre Hilfe beim Aufbau einer zeitgemäßen Gerätehalle braucht. Seitens der Stadt Wuppertal war keine finanzielle Unterstützung zu erwarten, weil die Stadtkassen leer sind. Dennoch: Angesichts der schwierigen Gegebenheiten an der Feuerwache war Eile geboten. Die Ronsdorfer beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Die Bürgerinnen und Bürger wie auch natürlich die Geschäftswelt im Stadtteil spendeten eifrig, und am Freitag konnte man im großen Kreis das Richtfest der neuen Unterkunft feiern. Wobei gesagt werden muss, dass das alte Gebäude zum Teil aus dem Jahr 1892 stammt und natürlich auch nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Vorschriften entspricht.

Diesem misslichen Umstand wird nun ohne die Hilfe aus der klammen Stadtkasse abgeholfen, und Klaus Bartsch, der Vorsitzende des rührigen Fördervereins, konnte voll Stolz berichten, dass die Finanzierung für das 280 000 Euro teure Projekt bis auf 32 000 Euro steht. Sein Dank galt den vielen Spendern, die sich nun bei Bratwurst und kalten Getränken gütlich taten, dabei aber nicht vergaßen, einen Obolus in einen zur Spendenbox umfunktionierten Feuerlöscher zu entrichten.

Unter ihnen auch der Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU), der nicht nur Mitglied des Fördervereins ist, sondern selbst auf eine Zugehörigkeit zur Jugendfeuerwehr in seinem Geburtsort Epstein hinweisen kann.

Natürlich wusste er um die Misere beim Löschzug Ronsdorf, dessen Einsatzfahrzeuge wegen der drangvollen Enge in der bisherigen Wagenhalle vor Einsätzen erst umständlich rangieren mussten und so wertvolle Sekunden verloren. Dass die fehlende Absauganlage eine massive Schadstoffbelastung und damit eine Gesundheitsgefährdung der freiwilligen Brandschützer verursacht, war ein weiteres Argument für den nun entstehenden Neubau.

Fröhlich lauschten die Richtfest-Gäste bei angenehmen Sommerabendtemperaturen den Worten des Dachdeckermeisters Martin Czornyckyj, der in Reimen an den vergossenen „Schweiß bei Sonnenglut“ erinnerte, Gottes Segen erbat und dann das Schnapsglas auf den rauen Betonboden schmetterte, wo die Glück bringenden Scherben dann allerdings gleich beseitigt wurden.

Am Montag geht die Arbeit am erweiterten Domizil der Ronsdorfer Brandschützer zügig weiter, und wie der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Matthias Dietrich versprach, soll die äußere Hülle, nämlich Wände, Fenster und Türen, bis zum Feuerwehrfest am zweiten und dritten September fertig sein. Mit der endgültigen Fertigstellung rechnen die Ronsdorfer zum Jahresende.

Dann soll nicht nur der Fuhrpark angemessen und räumlich großzügig untergebracht sein. Auch die Jugendfeuerwehr wird mit einem eigenen Spindraum versorgt und muss sich nun nicht mehr in Abgasen und Kälte umkleiden. Zudem können dann auch wieder die Unfallverhütungsvorschriften eingehalten werden, und es ist nicht mehr notwendig, dass regelmäßig Ausnahmegenehmigungen für den Betrieb in der alten Fahrzeughalle eingeholt werden müssen.

Und dann wäre da noch der Raum für das 1997 gegründete Brandschutzkaspertheater der Jugendfeuerwehr, das ein eigenes Fahrzeug hat. Die Bühne, mit deren Hilfe die Jüngsten früh spielerisch und humorvoll auf die Notwendigkeit des Brandschutzes hingewiesen werden, erhält eine eigene Spiel- und Übungsstätte.

Die Vorfreude war den Feuerwehrleuten in Ronsdorf ebenso anzusehen, ebenso wie den Bürgern und den Mitgliedern des Fördervereins. „Die Ronsdorfer haben deutlich gezeigt, wie sehr sie ihre Feuerwehr schätzen“, war das Resümee des Sicherheits-Dezernenten Matthias Nocke.

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