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Freiwillige bereiten einsamen Wuppertalern ein frohes Fest

Freiwillige bereiten einsamen Wuppertalern ein frohes Fest

Bei der Weihnachtsfeier für Alleinstehende und Einsame engagierten sich wieder hunderte Freiwilliger.

Wuppertal. Verkehrsbehinderungen und wartende Autofahrer auf dem Johannisberg: „Wunderbar“, findet das Caritasdirektor Christoph Humburg.

Dass es im Jahr der Baustellen auch so etwas wie guten Stau in Wuppertal gibt, zeigt ausgerechnet am späten Heiligen Abend vor der Stadthallle, wo geschätzte 300 Autofahrer bereitstehen, um mehr als 600 Gäste der Weihnachtsfeier für Alleinstehende und Einsame heimzufahren. Menschen wie Carmen Singh. Sie sitzt um 19 Uhr vor Plätzchentellern und Kaffee an einem der vielen gedeckten Tische, im großen Saal duftet es nach Gulaschsuppe. Seit Jahrzehnten verbringt die heute 61-jährige den Heiligen Abend auf der Weihnachtsfeier für Alleinstehende und Einsame, freut sich auf vier Stunden Programm mit Musik und Tanz, Andacht und Gebet - gemeinsam mit mehr als 600 weiteren Gästen aus allen Stadtteilen.

Um sie geht es bei der einst für Kriegsheimkehrer und Ausgebombte ins Leben gerufenen Veranstaltung. Aber nicht nur. Denn das Taditionsfest ist jedes Jahr aufs Neue auch ist ein einzigartiges Zeugnis Wuppertaler Hilfsbereitschaft, und wird seit 66 Jahren möglich gemacht von hunderten freiwilliger Helfer.

Hans Bergmann aus Barmen ist einer von ihnen. Gemeinsam mit seiner Frau Rosemarie wirkt er schon 13 Jahren im Organisationsteam mit und stellt fest, dass mittlerweile eine neue Generation von Helfern herangewachsen ist: Junge Wuppertaler, die am Vormittag des Heiligen Abends, in der Stadthalle aufbauen und die Tische eindecken, 100 Ehrenamtler sind es allein morgens, 130 weitere am Abend, die als Gastgeber und Küchenpersonal im Einsatz sind und sich um Besucher wie Heinz Engels aus Unterbarmen kümmern.

Auch er ist alleinstehend kommt schon 31 Jahre her. „Das gehört einfach dazu“, sagt er über alljährlich von Caritas, Diakonie und CVJM veranstalte Weihnachtsfest Und sein Tischnachbar Herbert Scheuren aus Barmen ergänzt: „Ohne das Fest wüsste ich nicht, was ich am Heiligen Abend allein machen sollte.“