Freitag beginnt der Prozess um die Springmann-Morde

Freitag beginnt der Prozess um die Springmann-Morde

Der Enkel (26) soll das Unternehmer-Ehepaar gemeinsam mit seinem Geschäftsfreund getötet haben.

Vor einem Jahr wurden Christa und Enno Springmann ermordet, am Freitag beginnt vor dem Landgericht der Prozess gegen ihren Enkel (26) und dessen Geschäftsfreund (45). Sie sollen die betagten Senioren am 19. März 2017 erschlagen und erdrosselt haben. Der Vorwurf: Mord aus Habgier.

Erst sollen sie Enno Springmann niedergeschlagen, ihn dann erdrosselt haben. Anschließend sollen sie auch Christa Springmann getötet haben, die in der oberen Etage nichts von dem Geschehen mitbekommen hatte. Damit die Tat wie ein Einbruch aussah, verwüsteten sie laut Anklage das Wohnzimmer, ließen die Terrassentür offen.

Das Motiv soll ihre Angst gewesen sein, das Unternehmerpaar könnte dem Enkel den Geldhahn zudrehen, als es erfuhr, dass der sein Studium nicht fortsetzt. Der 45-Jährige soll ebenfalls von der großzügigen Unterstützung profitiert haben. Der 26-Jährige soll seine Firma aufgekauft und ihm Gehalt gezahlt haben.

Die Ermittlungen haben lange gedauert, das Gelände und das Haus wurden akribisch untersucht. Ein Problem war, Spuren des Enkels der Tat zuzuordnen, denn er war ja auch als Besucher dort gewesen. Spezialisten der Landeskriminalämter NRW und Hamburg sowie des Bundeskriminalamtes waren beteiligt. Im Juni wurden die beiden Angeklagten dann festgenommen, seither sitzen sie in Untersuchungshaft.

Der Enkel wehrte sich dagegen: Im August beantragten seine Verteidiger, den Haftbefehl aufzuheben. Sie argumentierten, die gegen den Enkel vorliegenden Indizien reichten nicht, für den Tatzeitpunkt habe er ein Alibi. Doch das hatte keinen Erfolg: Sowohl Amtsgericht als auch Landgericht lehnten eine Freilassung ab.

Der Enkel hat gleich vier Anwälte als Verteidiger, darunter Klaus Bernsmann, Professor für Straf- und Strafprozessrecht. Rüdiger Deckers gehört zu der Kanzlei, zu der auch Promi-Anwalt Sven Thomas gehört. Der hat schon Arcandor-Chef Thomas Middeldorf und Formel 1-Boss Bernie Ecclestone, aber auch OB Hans Kremendahl und WSV-Präsident Friedhelm Runge vertreten.

Das Gericht hat 35 Verhandlungstage bis Anfang September angesetzt.

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