Freibad: Freibad Eckbusch: Tiefes Loch in der Kasse

Freibad : Freibad Eckbusch: Tiefes Loch in der Kasse

Bei einer Diskussionsrunde im Gemeindezentrum baten Ehrenamtler um Unterstützung.

Die gute Nachricht vorweg: Die Saison im Freibad Eckbusch ist gesichert. Einnahmen und Sponsorengelder in Höhe von insgesamt 66 000 Euro aus dem Supersommer 2018 sorgen für die notwendigen finanziellen Ressourcen. Auch ein Schwimmmeister wurde schon gefunden. Trotzdem sind die Ehrenamtler des Fördervereins in Sorge um den langfristigen Erhalt ihres Freibads. Das Beispiel Vohwinkel zeigt, wie schnell die Situation kippen kann. Hier muss durch einen defekten Filter der Saisonstart deutlich nach hinten verschoben werden. Auf den Förderverein des Vohwinkeler Freibads kommen wahrscheinlich erhebliche Kosten in Höhe von voraussichtlich 70 000 Euro zu.

„So etwas könnten wir bei aller Spendenbereitschaft nicht mehr leisten“, stellt Frank Mühlhoff vom Freibad Eckbusch klar. Schon jetzt reißen nach Aussage des Geschäftsführers der Betreibergesellschaft Reparaturkosten in Höhe von 16 000 Euro ein tiefes Loch in die Kasse. Derzeit kann der Förderverein das noch stemmen. Doch was passiert, wenn die Zahl der Badegäste in der kommenden Saison durch schlechtes Wetter stark abnimmt? Oder die Technik ähnlich wie im Wuppertaler Westen nicht mehr mitspielt?

Um Antworten auf diese und andere Fragen zu finden, hatten die Ehrenamtler zu einer Diskussionsrunde ins Gemeindezentrum Am Eckbusch eingeladen. Daran beteiligten sich unter anderem FDP-Landtagsabgeordneter Marcel Hafke und der Wuppertaler Sportdezernent Matthias Nocke (CDU). Bei der Veranstaltung zeigten sich die Mitglieder des Fördervereins selbstbewusst und machten deutlich, dass sie von der Politik deutlich mehr erwarten als nur warme Worte. Frank Mühlhoff verwies etwa auf den großen persönlichen Einsatz der freiwilligen Helfer und die bisher erfolgten Investitionen. 2011 hat der Förderverein das Bad komplett mit allen Rechten und Pflichten übernommen. Insgesamt bemühen sich die Ehrenamtler aber schon seit 28 Jahren um die beliebte Einrichtung. „Wenn wir den finanziellen Gegenwert aller unserer Arbeitsstunden und Investitionen zusammenrechnen würden, kämen wir locker auf einen zweistelligen Millionenbetrag“, macht Frank Mühlhoff deutlich.

Schon der Erhalt der Hallenbäder sei für die Stadt ein Kraftakt

Das Freibad habe für das Quartier eine wichtige Bedeutung. Dabei reiche die Spanne vom sozialen Frieden bis zur Aufwertung der Grundstückpreise für Immobilien. Eine Schließung hätte daher laut Mühlhoff erhebliche Konsequenzen. Die Stadt könne daran kein Interesse haben. Gleichwohl machte Matthias Nocke einmal mehr den begrenzten finanziellen Spielraum der Kommune deutlich. Schon der Erhalt der städtischen Bäder sei ein Kraftakt. „Dafür sind Zuschüsse in Höhe von elf Millionen Euro notwendig“, so Nocke. Nicht besser ist es um die Personalsituation bestellt. Laut Nocke sei nur eine neue Ausbildungsstelle für die städtischen Bäder im aktuellen Haushalt vorgesehen. Immerhin versuche die Stadt, die ehrenamtlich geführten Freibäder im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Für das Vohwinkeler Filterproblem sind etwa demnächst Gespräche im Rathaus geplant.

Hafke verwies auf den Sanierungsstau bei den Sportstätten in NRW. Hier fehlen etwa 2,5 Milliarden Euro. Die Landesregierung habe daher ein Investitionsprogramm in Höhe von 300 Millionen Euro für drei Jahre aufgelegt. „Davon profitieren aber nur die Bäder, die in den Sportbünden organisiert sind“, kritisiert Hartwig Carls-Kramp vom Netzwerk Bürgerbäder. Das treffe auf den Eckbusch nicht zu. Marcel Hafke versprach, im Landtag eine Lösung dieses Problems anzuregen.

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