Forensik: Land hatte einen Käufer für das Lichtscheider Areal

Forensik: Land hatte einen Käufer für das Lichtscheider Areal

Ein Wuppertaler Bauträger stand mit dem Land in Verhandlungen. Sein Ziel: Wohnhäuser.

Wuppertal. Die Entscheidung der Grünen Gesundeitsministerin Barbara Steffens, eine forensische Klinik auf Lichtscheid an der Müngstener Straße errichten zu wollen, wirft immer mehr Fragen auf. Nachdem die WZ berichtet hatte, dass der Ministerin ein Grundstück in Solingen angeboten worden war, stellt sich nun im Zuge der weiteren Recherchen heraus, dass das Land sogar einen Käufer für das Grundstück auf Lichtscheid gehabt hätte.

Zur Erinnerung: Das Land hatte sich aus den Verhandlungen mit dem Makler Stephan Schuhmacher um ein mögliches Forensik-Grundstück in Solingen zurückgezogen und erklärt, dass es in Wuppertal ein geeigneteres Grundstück für eine Forensik habe. Schuhmacher hatte dem Land das Gelände der ehemaligen Landmaschinenfabrik Raspe an der Kohlfurth angeboten. Die Eignung dieses Grundstücks soll das Land laut Schuhmacher ein halbes Jahr geprüft haben.

Kurz vor den Sommerferien hatte das Land die Verhandlungen abgebrochen — mit dem Hinweis auf das eigene Grundstück in Wuppertal. Schuhmacher hatte dies verwundert. Sein Argument: Wenn das Land das Grundstück auf Lichtscheid verkauft, nimmt es damit mehr Geld ein, als der Kauf des Raspe-Grundstücks in Solingen kostet.

In der Tat: Für einen Quadratmeter Bauland auf Lichtschied lassen sich nach Recherchen der WZ derzeit zwischen 200 und 230 Euro erlösen. Das Solinger Gewerbegrundstück — so ist im Markt zu hören — könne Preise von etwa 60 Euro pro Quadratmeter erzielen.

Das Land hatte sogar schon einen Käufer für das Lichtscheider Grundstück. Im Gespräch mit der WZ erklärte der Geschäftsführer eines Wuppertaler Bauträgers — ermöchte seinen Namen nicht öffentlich nennen — dass er dem Land bereits vor zwei Jahren mitgeteilt habe, das Grundstück kaufen zu wollen, um dort Einfamilienhäuser zu errichten.

Das Land hatte offenbar darüber nachgedacht, das Grundstück zu verkaufen, denn der Bauträger erhielt die Antwort, dass er sich gedulden müsse. Der Abriss der Verhandlungen kam mit der Ankündigung, dort eine Forensik errichten zu wollen.

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