Lichtscheid: Forensik-Gegner im Baustelleneinsatz

Lichtscheid: Forensik-Gegner im Baustelleneinsatz

Anwohner wollen Gelände auf Lichtscheid als Wohngebiet erschließen lassen.

Wuppertal. Mit Bauhelmen, Spaten und Schubkarre sind am Samstag etwa 20 Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Keine Forensik auf Lichtscheid“ zum Gelände der Bereitschaftspolizei gezogen. Auf einem Transparent brachten sie den Wunsch zum Ausdruck: „Hier baut die Stadt Wuppertal das Wohngebiet Lichtscheid“.

Die Aktion fand im Vorfeld der Ratssitzung am Montag statt. Zugleich startete die Bürgerinitiative eine Aktion, bei der Postkarten an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Gesundheitsministerin Barbara Steffens geschickt werden sollen. Mit den Postkarten — zunächst bis zu 500 pro Ministerpräsidentin und Ministerin — wird informiert, dass die Errichtung einer Forensik auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei „die Stadtentwicklung vollständig untergraben würde“. Stattdessen sei es sinnvoller, dass Gelände an der Müngstener Straße als Wohngebiet zu entwickeln. In dem Schreiben wird zudem darum gebeten, für die Forensik einen „alternativen Standort im Landgerichtsbezirk“ zu finden.

Nachdem der Stadtrat Pläne zum Bau einer Klinik für psychisch kranke Straftäter auf Lichtscheid abgelehnt hatte, müsse nun die Stadtverwaltung die „Initiative ergreifen“, sagte Georg Weber von der Initiative. Das rund 7,5 Hektar große Gelände sei als Mischgebiet ausgewiesen und biete gute Voraussetzungen ein Wohngebiet.

Derzeit befinde sich das Gelände noch im Besitz des Landes. Aufgrund der lukrativen Lage könnte das Land bei einem Verkauf einen so guten Preis erzielen, dass an anderer Stelle ohne Probleme eine Forensik finanziert werden könne, rechnete Weber vor. Dazu müsste die Stadt das Gelände kaufen — angesichts der angespannten finanziellen Lage sei dies ohne die Unterstützung durch „Sponsoren“ vermutlich nicht möglich, erklärte der BI-Vertreter.

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