1. NRW
  2. Wuppertal

Bergische Universität Wuppertal: Förderverein zeichnet sechs junge Wissenschaftler aus

Bergische Universität Wuppertal : Förderverein zeichnet sechs junge Wissenschaftler aus

Insgesamt gab es 10 000 Euro für die Studierenden der Bergischen Universität. Fünf Ausgezeichnete kommen aus der Naturwissenschaft.

Einen klaren Schwerpunkt bei den naturwissenschaftlichen Fächern hat die Verleihung der Akademischen Nachwuchs- und Promotionspreise der Freunde und Alumni der Bergischen Uni (Fabu) gehabt. Bei der Feierstunde im Hörsaalzentrum auf dem Campus Freudenberg gingen am Dienstagabend fünf von sechs Auszeichnungen für das Jahr 2019 an Naturwissenschaftler, lediglich in einem Fall wurde eine Würdigung im Fach Politikwissenschaft vergeben. Durch den Abend führten der Fabu-Vorsitzende Ulrich Jaeger und seine erste Stellvertreterin Felicia Ullrich.

Mit der Vergabe des Preises leiste der Verein der Freunde und Alumni der Bergischen Uni einen wichtigen Beitrag, weil er die Forschung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Bergischen Uni unterstütze, sagte Uni-Rektor Lambert T. Koch. Zudem werde mit der Vergabe der Preise, die von der Stadtsparkasse Wuppertal und der Thomas-Meyer-Stiftung gestiftet werden, daran erinnert, dass Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft „erklären muss, was sie tut“.

Genau diese Aufgabe übernahmen im Rahmen der Preisvergabe auch die jungen Wissenschaftler. In kurzen Vorträgen skizzierten sie ihr Forschungsgebiet, die wissenschaftlichen Thesen, von denen sie ausgehen, die Methoden, die sie anwenden, die Schlüsse, die sie ziehen.

Ein bunter Mix der
aktuellen Forschung

Wobei die Kurzvorträge aufgrund der starken naturwissenschaftlichen Ausprägung der ausgezeichneten Arbeiten vom – vermutlich überdurchschnittlich gebildeten – Zuhörer nur schwer oder im Zweifel gar nicht zu verstehen waren. Da wurden eben doch viele Formeln oder Fachtermini per Beamer an die Leinwand geworfen. Das Schulwissen in Mathe, Physik oder Chemie reichte bei weitem nicht aus, um die wissenschaftlichen Leistungen tatsächlich bewerten zu können.

Die gewürdigten und mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Arbeiten repräsentierten auf jeden Fall einen „bunten Mix“ der aktuellen naturwissenschaftlichen Forschung. Chemikerin Laura Kubens hatte sich in ihrem Examen mit den Auswirkungen des chemischen Elements Mangan auf einen Fadenwurm befasst, der Mathematiker Dennis Schroers widmete sich in seiner Masterarbeit einer Gleichung zur Zinsentwicklung, Physiker Jens Roggel beschäftigte sich ebenfalls in seiner Masterarbeit mit der Erforschung von Elementarteilchen. Die angehende Lehrerin Lea Naëma Kings befasste sich in ihrer Bachelorarbeit dagegen mit einer Frage, die sich vermutlich schon jeder einmal gestellt hat: „Wer wählt rechts?“ Wobei „rechts“ in diesem Fall AfD hieß. Kings’ ernüchternde Erkenntnis: Den typischen AfD-Wähler „gibt es einfach nicht“.

Reichlich Formeln und Fachtermini gab es dagegen auch bei den beiden Promotionspreisen: Sie gingen an den Chemiker Phillip Biallas und den Mathematiker Alessandro Gabbana. Gabbana, der ursprünglich aus dem italienischen Ferrara stammt, hatte im Rahmen eines europaweiten Projektes auch an der Bergischen Uni zu der Frage geforscht, welche dynamischen Prozesse Flüssigkeiten in Bewegung setzen können.

Kunst-Arbeit beschäftigt
sich mit Zuwanderung

Zudem wurden am Dienstagabend noch zwei weitere Preise vergeben. Der Stella-Baum-Kunstpreis ging an die Kunststudentin Sevda Aktas, die in ihrer Arbeit Themen wie Zuwanderung und Migration verarbeitet und mit ihren Werken eine „eigentümliche Sicht auf die Dinge“ ermöglicht, wie Laudator und Architektur-Professor Heinrich Weid erklärte. Das werde zum Beispiel in Aktas’ Arbeit deutlich, die einen orientalischen Teppich darstellt, in dem Scherben verarbeitet wurden.

Den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) erhielt die aus der Türkei stammende Psychologie-Studentin Enise Turhan, die 2015 nach Deutschland gekommen war und hier neben ihrer akademischen Ausbildung auch in einer Kindertagesstätte gearbeitet hat. Zudem hatte sie von hier aus auch eine Schule in Istanbul unterstützt.