Förderverein Lesezeichen wird 15 Jahre alt

Förderverein Lesezeichen wird 15 Jahre alt

Die engagierten Helfer schaffen zusätzliche Angebote für die Nutzer der Stadtbibliothek.

Sprockhövel. Schöne Schmöker, interessante Fachbücher, spannende Lektüre für Kinder, bunte Bilderbücher — die Stadtbücherei ist ein wichtiger Anlaufpunkt für jede Altersklasse. Damit das so bleibt, gründete sich vor 15 Jahren der Förderverein „LeseZeichen!“ der Stadtbücherei Sprockhövel. „Wir versuchen, Sachen anzubieten, die die Stadtbücherei nicht schafft“, erklärt Brigitte Hausherr vom Förderverein. Es gehe also nicht darum, die Mitarbeiter der Bibliothek zu ersetzen; sondern der Förderverein versucht, zusätzliche Anreize für die Nutzer zu schaffen. So organisiert Lesezeichen Lesungen — etwa zum Thema „Wein literarisch“ mit entsprechender Kostprobe. Oder der Verein veranstaltet Foto-Vorträge über Reisen in ferne Länder. „Dadurch wollen wir die Bibliothek attraktiv machen.“

Außerdem finanziert der Förderverein Bücher, die sich die Leser wünschen, für die sonst kein Geld da wäre. „Leider ist die Bücherei durch Sparmaßnahmen in ihrer Arbeit sehr eingeschränkt“, bedauert Brigitte Hausherr. Bei der Gründung des Fördervereins 2003 war sogar die Schließung einer Zweigstelle im Gespräch. Das konnte bisher abgewendet werden. „Eine Zweigstelle reicht nicht — gerade Kinder und ältere Leute sind nicht in der Lage, schnell in einen anderen Stadtteil zu fahren“, betont die Ehrenamtlerin. Es sei schlimm genug, dass bei Urlaub oder Krankheit eine der Filialen geschlossen bleibe. „Dadurch sinken die Ausleih-Zahlen, die als Gradmesser für die Daseinsberechtigung auf den Tisch gelegt werden“, bemängelt Brigitte Hausherr.

Die Leseförderung von Kindern liegt dem Verein besonders am Herzen. In den Sommerferien organisieren sie den Juniorleseclub. Dafür werden Bücher angeschafft, die die Kinder in den Ferien lesen sollen. Wer Fragen zu dem Buch beantworten kann, bekommt einen Punkt. Bei einer gewissen Menge an Punkten werden die Kinder zum Abschlussfest eingeladen. „Die besten bekommen dann einen Büchergutschein. Aber wir lassen uns immer etwas einfallen, laden etwa eine Märchenerzählerin oder einen Musiker ein, damit das ein schönes Event wird“, sagt Brigitte Hausherr.

Tradition sind auch die Lesetüten, die zu Schuljahresbeginn an die i-Dötzchen verteilt werden. Darin erhalten die Schüler ein Erstlesebuch und Infos zur Stadtbücherei. Sparkasse, Volksbank und AVU unterstützen das regelmäßig.

Früher war der Förderverein regelmäßig mit einem Bücherflohmarkt beim Stadtfest aktiv. Dafür reichen die Ressourcen nicht aus. Neue Pläne hat der Verein trotzdem: So möchte er die rote Telefonzelle in Niedersprockhövel in einen Bücherschrank umwandeln.

Besonders wichtig war der Förderverein für die Online-Ausleihe von E-Books. Denn er richtete den Antrag an die Sparkassen-Stiftung, die für die Anschub-Finanzierung der Onleihe sorgte. Dadurch können jetzt auch die Sprockhöveler Bücher online ausleihen.

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