Wuppertal: Förderverein des Botanischen Gartens hilft seit 25 Jahren

Wuppertal : Förderverein des Botanischen Gartens hilft seit 25 Jahren

Die Mitglieder bereiten jedes Jahr ein umfangreiches Programm vor. Am Wochenende wird groß gefeiert.

Ohne seinen Förderverein wäre der Botanische Garten Wuppertal nur halb so attraktiv. Der Verein finanzierte und organisierte das Sukkulenten-Gewächshaus, den überaus beliebten Heil- und Gewürzgarten sowie ein attraktives Programm rund um Pflanzen und Botanik. Dieses Jahr feiert der Förderverein sein 25-jähriges Bestehen.

Als Frank Telöken seine Stelle als Leiter des Botanischen Gartens antrat, gründete er fast zeitgleich 1993 den Förderverein und leitet ihn heute als Geschäftsführer: „Wir haben zu wenig Personal, um alles wünschenswerte zu schaffen.“ Insbesondere zur Umsetzung des Bildungsauftrags benötigt er die Hilfe der vielen fleißigen Ehrenamtler. Mehr als 500 Menschen unterstützen inzwischen den Förderverein. Bei großen Festen sind rund 100 Mitglieder zur Stelle, um mit anzupacken. Darüber hinaus gibt es viele, die Führungen leiten, Broschüren konzipieren oder sich Gedanken machen, wie Kinder an Pflanzen herangeführt werden können.

So hat Ingrid Schubert gerade neu eine Pflanzen-Rallye zusammengestellt. Wolf Stieglitz entwickelte nicht nur das Konzept für den Heilgarten, sondern schrieb auch das Heft zu Zapfen. Holger Hennern erklärt Interessenten die fleischfressenden Pflanzen. Andere sorgen dafür, dass bei schönem Wetter Besucher sonntags den Ausblick vom Elisenturm aus genießen können. „Dadurch nehmen wir auch Geld ein, das wir gut gebrauchen können“, freut sich Telöken.

Denn neben den großen einmaligen Anschaffungen finanziert der Verein auch zwei Teilzeitstellen für den Botanischen Garten. „Wir können keine Highlights schaffen, wenn wir sie nicht langfristig pflegen können“, betont Telöken.

Eng ist der Austausch mit der Bergischen Universität: Gela Preisfeld, Professorin für Biologie, ist gleichzeitig seit 2010 Vorsitzende des Fördervereins. So kann sie teilweise Forschungsthemen als Bachelor- oder Masterarbeiten vergeben. Einige der Broschüren sind so entstanden. Auch die Ausstellung „Tropische Schmetterlinge“ funktioniert in Kooperation mit der Uni: Die Studierenden überlegen sich Führungen für verschiedene Altersgruppen und bieten diese dann an; dafür erhalten sie Leistungspunkte für ihr Studium. Vom 13. September bis 13. Oktober sind die bunten Schmetterlinge wieder im Glashaus des Botanischen Gartens zu sehen.

Im Jubiläumsjahr plant der Förderverein einige besondere Aktionen. So veranstaltete nach vielen Jahren Pause wieder das Taltontheater sein Märchenfest auf der Hardt. „Das war ganz toll, da hatten wir sehr viele Besucher“, freut sich Gela Preisfeld. Das Erlebniswochenende „Rund um den Elisenturm“ am 17. und 18. August wird diesmal besonders groß. Mehr als 70 Stände bieten nicht nur originelles Kunsthandwerk, sondern auch viel Wissen rund um Pflanzen und deren Verarbeitung. Für Kinder gibt es verschiedene Mitmachaktionen. Zusätzlich organisiert der Förderverein für Sonntag, 1. September, um 14 Uhr eine Jazz-Matinee.

Pläne für die Zukunft hat der Förderverein noch reichlich: Ein lange gehegter Wunsch ist die Erneuerung des Alpinums. „Da wächst zwar schon viel, aber die Pflanzen müssten neu strukturiert werden“, erklärt Gela Preisfeld. Gerne will der Vorstand auch einen Insektengarten anlegen, um noch umfassender über das aktuelle Thema zu informieren. Ideen und Manuskripte für weitere Broschüren schlummern auch schon in der Schublade. Und im Angesicht der Diskussion um den Klimaschutz steigt vielerorts der Wunsch nach Wissen um Pflanzen. Hier ist der Botanische Garten die erste Anlaufstelle.

Mehr von Westdeutsche Zeitung