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Wuppertal: Förderung für das Norwegische Holzhaus

Wuppertal : Förderung für das Norwegische Holzhaus

Das vermutlich älteste Fertighaus der Welt wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.

Uellendahl. Gute Nachrichten für das Norwegische Holzhaus an der Kohlstraße und seinen Eigentümer Marc Boudein: Das vermutlich älteste Fertighaus der Welt soll von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert werden.

„Das ist schon eine super Nachricht“, sagt Boudein, der die in ihrer Art einzigartige Immobilie 2015 von der GWG erworben hatte. Vor gut einer Woche habe er das Schreiben der Stiftung erhalten. Darin sei vermerkt, „dass die Förderanträge geprüft worden seien und man sich freut, uns mitteilen zu können, dass das Vorhaben unterstützt wird“.

Seit gut einem halben Jahr nutzt der Inhaber das Haus, „nachdem wir es im Inneren von Grund auf saniert haben — praktisch entkernt — und für uns nutzbar gemacht“, so Boudein. Trotz aller bisherigen Bemühungen müsse aber noch viel gemacht werden, so zum Beispiel über kurz oder lang die Fassade erneuert. „Das wird noch einmal einen ordentlichen Betrag kosten.“ Deshalb kommt dem Bauherrn die aktuelle Nachricht von der Unterstützung natürlich sehr gelegen. Wie hoch genau die Summe ist, müsse in weiteren Schritten geklärt werden, einige Fragen seien noch offen. „Es heißt, dass wohl 50 Prozent der Gesamtkosten, die jetzt noch anfallen, gefördert werden“, so Boudein. Dazu müsse er seinen ursprünglich gestellten Antrag nun aktualisieren „und genau angeben, was wir vorhaben.“

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bestätigte am Freitag die Förderung des Wuppertaler Objekts: „Das Norwegische Holzhaus ist eines der frühen Beispiele eines Fertighauses in Deutschland“, begründet Thomas Mertz von der Stiftung auf Nachfrage der WZ. „Damit besitzt es neben seiner lokalhistorischen und sozialen Bedeutung als Ausflugsgaststätte besonderen architektonischen Wert.“ Das Gebäude sei in der Region eines der frühesten Beispiele seiner Art in Deutschland, heißt es in der offiziellen Begründung der Stiftung. Und weiter: „Der Elberfelder Bankier und Mäzen August Freiherr von der Heydt kaufte das Haus auf der Pariser Weltausstellung 1900 und ließ es in Elberfeld aufbauen. Es wurde neben einem heute nicht mehr existierenden Tanzsaal errichtet und diente ab 1905 als Ausflugsgaststätte.

In den 1950er Jahren schenkte die Familie von der Heydt das Gebäude der Stadt, die es — bis schwere Wasserschäden 2008 eine weitere Nutzung unmöglich machten — an unterschiedliche Gastronomen verpachtete.“

Eine Weile sah es dann nach einer eher düsteren Zukunft für das einmalige, aber ziemlich mitgenommene Häuschen aus.

Doch nach dem Verkauf ist es nun zu einem echten Schmuckstück geworden. „Wir haben uns gut eingelebt“, sagt Marc Boudein, den nun auch interessiert, wann die neuen Arbeiten im Rahmen der Förderung umgesetzt werden müssen. Bis dahin kann er die baustellenfreie Zeit im Holzhaus genießen.