Flickenteppich: Wuppertals Nebenstraßen werden nur langsam saniert

Sanierungsbedarf : Nebenstraßen werden nur langsam saniert

Fahrbahnen bleiben oft Flickwerk, weil der Stadt das Geld für die Reparatur fehlt.

Die Straßen im Zentrum von Elberfeld, besonders die Talachse, ist nach der Erneuerung der B7 in einem guten Zustand. Verlässt man aber die Hauptverkehrsstraßen, muss man durchgezogene Teerdecken mit der Lupe suchen. „Die wirklichen Probleme sind in den Nebenstraßen“, sagt Jürgen Vitenius. Das sei eindeutig Flickschusterei, so der Bezirksbürgermeister von Elberfeld. Egal, ob in der Nord- oder Südstadt oder am Ostersbaum – überall gebe es Straßen, in denen Löchlein nur aufgefüllt würden. Die Folge leerer Stadtkassen. „Die Straßen in der Talachse sind grundsätzlich in einem besseren Zustand als in den Stadtteilen“, sagt Stefan Lederer aus dem Ressort Straßen und Verkehr. Viele Straßen am Ostersbaum, in Richtung Hardt und Mirke müssten aber dringend saniert werden.

Das geht aus dem „Bericht zum Straßenzustand und Erhaltungsmanagement“ hervor. In dem Bericht wird das 970 Kilometer lange Straßennetz der Stadt Wuppertal detailliert unter die Lupe genommen. Im vergangenen Jahr wurde dazu die Straßeninfrastruktur genau erfasst und bewertet. Die Daten, die mit einem Kamerafahrzeug erfasst wurden, bilden die Grundlage, um den baulichen Zustand der Straßen zu analysieren. Oberflächenschäden, Risse und Unebenheiten sollen Rückschlüsse darauf geben, wo und in welchem Umfang Sanierungsarbeiten anstehen und welche finanziellen Planungen dafür notwendig sind.

Einige Maßnahmen stehen auch schon fest: In Elberfeld stehen Instandsetzungsarbeiten in der Schleswiger Straße, Friedrichsallee, der Gertrudenstraße, Im Funkloch und der Graf-Adolf-Straße an. Die Viehofstraße soll zum Teil erneuert werden, der Gehwegüberweg in der Friedrich-Ebert-Straße soll um- und ausgebaut werden und am Von-der-Heydt-Platz wird das Pflaster in der Fußgängerzone erneuert. „Alle Maßnahmen werden mit den Stadtwerken koordiniert“, erklärt Lederer. „Die Neue Nordstraße müsste auch saniert werden, da aber der Kanalbau in der Neuen Friedrichstraße wichtiger ist, wird die Straße vorgezogen.“

Lederer beschreibt die Sanierung der Straßen als fortlaufenden Prozess. Um den Zustand der Straßen konstant zu halten, müssten bis 2028 pro Jahr rund 24 Millionen Euro aufgewendet werden. Das sind mehr als viermal so viel wie zurzeit für die Sanierung im Haushalt eingestellt wurden (5,6 Millionen Euro). Geld, das nicht vorhanden ist.

„Wir als BV sind nicht in der Lage, gezielt etwas zu tun“, sagt Bezirksbürgermeister Vitenius. Es bleibe nur, die Stadt über Schäden und daraus resultierenden Beschwerden zu informieren. Die einzige Chance sei, mitzubestimmen, wofür die Etatposition „Straßenunterhaltung“ verwendet würde, sagt Vitenius. Das funktioniere seit Jahren ganz gut. Die Aufteilung sei klar: Maßnahmen in den Hauptverkehrsstraßen werden von der Verwaltung bestimmt. Die Bezirksvertretungen dürfen bei den Nebenstraßen in ihrem Bezirk mitbestimmen, welche Sanierungen durchgeführt werden sollen. Vitenius sagt aber: „Grundsätzlich gibt es zu wenig Geld für die vorhandenen Mängel.“