Filme im Skulpturenpark: Von Christoph Schlingensief bis Joseph Beuys

Filme im Skulpturenpark: Von Christoph Schlingensief bis Joseph Beuys

Fünf Werke über Künstler mit deutlich politischem Bezug werden im Januar und Februar gezeigt.

Rechtspopulistische Kräfte sind überall in den westlichen Demokratien auf dem Vormarsch. Die Wirtschaft prosperiert, zugleich wächst die Unzufriedenheit bei vielen Wählern, die sich mit ihren Belangen alleingelassen und von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen. Die parlamentarische Krise steckt in einer Krise, finden die Kuratoren der Reihe „Filme zur Kunst“ im Skulpturenpark Waldfrieden (Hirschstraße 12), Michael Mader und Mark Twyker. Ihre Antwort: Sie zeigen — in Kooperation mit „Movie in Motion“ — Filme zu Künstlern, deren Werk konkrete politische Aktionen beinhaltet: Christoph Schlingensief, Joseph Beuys, Neu Rauch, Bruno Schulz und Julian Rosfeldt. An fünf Freitagabenden (ab 20 Uhr) im Januar und Februar 2018 verwandelt sich der Glaskubus am Café Podest in einen Kinosaal.

Den Anfang macht am 26. Januar „Chance 2000 - Abschied von Deutschland“. Der Film befasst sich mit Christoph Schlingensiefs gleichnamigem Mammutprojekt: Vor der Bundestagswahl 1998 führte er „das größte Theaterstück der Bundesrepublik“ auf. Am Gespräch im Anschluss an die Vorführung nimmt Schauspiel-Intendant Thomas Braus teil.

„Neu Rauch - Gefährten und Begleiter“ widmet sich dem Star der „Neuen Leipziger Schule“. Rauch stammt aus einer ostdeutschen Künstlerfamilie und trat das Erbe der großen DDR-Maler von Tübke bis Rink an. Kino-Termin ist der 2. Februar.

Der jüdische Maler und Schriftsteller Bruno Schulz fiel vor 75 Jahren der Judenverfolgung zum Opfer. Sein Freskenzyklus mit Märchenmotiven, entstanden im Kinderzimmer eines SS-Offizieres, steht im Zentrum des Films „Bilder finden“, der am 9. Februar — in Anwesenheit des Regisseurs Benjamin Geissler — gezeigt wird. Er dokumentiert die Suche nach dem Kunstwerk, das 2001 gefunden und in die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gebracht wurde.

Julian Rosfeldt hat 2017 den Film „Manifesto“ gedreht, der die Schauspielerin Cate Blanchett in zwölf Rollen zeigt. Der Regisseur bedient sich der bekannten Hollywood-Ästhetik, um sie zu ironisieren und zu unterwandern. Der Film wird am 16. Februar im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Um den Mann mit dem Filzhut geht es am 23. Februar. Im Werk „Beuys“ geht es aber nicht nur um seinen künstlerischen Einfluss und seinen Kunstbegriff, der noch heute in relevante gesellschaftliche Debatten einfließt. Vielmehr wird der Mensch hinter der Kunstfigur offenbart. Dabei werden viele bislang unveröffentlichte Bild- und Tondokumente gezeigt.

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