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Feuerwehr hat Personalengpass: Ohne Freiwillige geht's nicht

Feuerwehr hat Personalengpass: Ohne Freiwillige geht's nicht

Analyse zum Jahrestreffen der Freiwilligen Feuerwehren. Warum die Berufsfeuerwehr mehr denn je auf die Freiwilligen Retter angewiesen ist.

Es war ein turbulentes Jahr für die Wuppertaler Feuerwehr. Wie ein roter Faden zog sich die Personal-Diskussion durch die Monate. Es brodelte an der Basis. Unter anderem gab es eine Großdemo und eine Petition an den NRW-Landtag. Tenor: Weil sie nicht befördert werden dürfen, verlassen die gut ausgebildeten Mitarbeiter das Wuppertal, um in der Nachbarschaft mehr zu verdienen. Ein latentes Problem, das auch bei den Freiwilligen Feuerwehren zuweilen heiß diskutiert wird.

Siegfried Brütsch, Feuerwehr-Chef, über die Mehrbelastung der Freiwilligen Retter in Wuppertal

Denn die Freiwilligen mussten angesichts der knappen Personaldecke zuletzt immer häufiger den Berufsrettern helfen. Beispiel Hauptwache Barmen: Dort ließ sich zuletzt nur eins der beiden Löschfahrzeuge von der Barmer Mannschaft besetzen. Eine Option sind dann die Kollegen der Hauptwache in Elberfeld. Wenn dort allerdings die Löschzüge bereits im Einsatz sind, wird’s eng.

Die Lösung: Wenn in Barmen alarmiert wird, gilt das automatisch auch für die Freiwilligen in Langerfeld. Dieses Prinzip gilt für die Hauptwache in Elberfeld. Bei Unterbesetzung springen dort die Freiwilligen vom Uellendahl ein.

Das wiederum bedeutet eine Mehrbelastung für die Freiwilligen Retter. Denn die sind auch darauf angewiesen, dass die jeweiligen Arbeitgeber die Doppelfunktion mittragen. Die Sorge der Freiwilligen: Die Doppelbelastung führt auf lange Sicht zu Mitgliederschwund.

Da passte es, dass am vergangenen Freitag der große Jahresabschluss der Freiwilligen in der Feuerwache Korzert auf dem Programm stand. Ein Schwerpunkt: Mit den Firmen Rassek & Partner und Schaeffler Technologies wurden die alljährlich wechselnden „Partner der Feuerwehr“ offiziell vorgestellt. (siehe Foto und Kasten oben). Die Partnerschaft besteht vor allem in der „praktischen Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Feuerwehr“, hieß es. Soll heißen: Freistellung ist kein Problem.

Und natürlich lobte Feuerwehr-Chef Siegfried Brütsch auf Küllenhahn „seine“ Freiwilligen: „Insbesondere in der Zeit von knappen Kassen und in einem Jahr, in dem uns 19 Kollegen der Berufsfeuerwehr außer Plan verlassen haben, ist das Ehrenamt umso mehr gefordert. Dafür Respekt und Dank.“

Laut Brütsch ist in Sachen Personal angesichts von anstehenden Neuanstellungen die dringend notwendige Entspannung in Sicht. Die Doppelbelastung für die Freiwilligen Retter dürfe und werde „kein Dauerzustand“ sein. Und so ziehen auch die Freiwilligen Retter eine positive Bilanz nach einem schwierigen Jahr: Nachwuchssorgen müsse man sich in Wuppertal im Gegensatz zum allgemeinen Trend noch nicht machen.