Feuchtigkeit und alte Technik: Wuppertals Ampeln in Gefahr

Feuchtigkeit und alte Technik: Wuppertals Ampeln in Gefahr

Am Döppersberg sorgt ein Schaden durch Feuchtigkeit für Ärger. Auch das Rechnersystem ist nachzurüsten.

Wuppertal. Was droht, wenn eine Ampelanlage ausfällt, hat sich eben erst wieder in Elberfeld gezeigt: Zwei Tage lang hielt ein Defekt durch Feuchtigkeit in der Verkabelung Techniker und Polizei am Döppersberg in Atem: Während auch am Mittwoch fieberhaft nach der Ursache für den Totalausfall an Wuppertals zentralster Kreuzung gesucht wurde, haben Kradstreifen am Dienstag und Mittwoch den Verkehr geregelt, damit es nicht zu Unfällen kommt.

Nach wie vor wird bei der Stadt Wuppertal unter Hochdruck daran gearbeitet, in die Jahre gekommene Ampelanlagen zu ersetzen — im Sinne der Verkehrssicherheit und in Zeiten leerer Kassen.

So stehen am Donnerstag von 9 bis 11 Uhr Ampelarbeiten an den Kreuzungen am Robert-Daum-Platz sowie an der Bundesallee in Höhe der Kasinostraße an. Und auch hier muss die Polizei einspringen, um so lange den Verkehr zu regeln.

Doch das ist längst nicht alles: Jetzt muss unbedingt auch dort aufgerüstet werden, wo technisch gesehen alle Fäden im Betrieb von stadtweit gut 350 Ampeln zusammenlaufen: Insgesamt 211 000 Euro müssen ins Verkehrsrechnersystem der Stadt investiert werden, um im nächsten Jahr mit der Ampel-Erneuerung überhaupt weitermachen zu können. „Abgezwackt“ wird die von der Kommunalaufsicht bereits genehmigte Investition aus dem Budget zur Sanierung der Brücke Höfen: Etwa 129 000 Euro fließen in den Ausbau der Hardware, während 82 000 Euro für Lizenzen und Software anfallen.

Damit wird hinter den „Kulissen“ des Ampelbetriebs ein Weg fortgesetzt, der 2004 mit dem Aufbau eines neuen Rechnersystems begonnen hat: Er hat erstmals den Anschluss von Ampeln verschiedener Hersteller ermöglicht — damals mit dem Ziel, zunächst 54 Ampeln anzuschließen. Mittlerweile laufen laut Stadt im Zuge von Neubauten und Erneuerungen aber insgesamt 190 Ampeln über den Verkehrsrechner — und das bei einer zunächst geplanten Kapazität von „nur“ 100 Anlagen.

Angesichts dieser Auslastung und der in den nächsten Jahren anstehenden Ampelarbeiten muss das System ausgebaut werden — zumal alte Rechner in Barmen (Baujahr 1984) und Elberfeld (1989) zu ersetzen sind. Wie Abteilungsleiter Johannes Blöser dem Verkehrsausschuss deutlich machte, führt an diesem Ausbau kein Weg vorbei, will man auf Dauer Ampelausfälle vermeiden. Und: „Mit der Umsetzung“ müsse „so schnell wie möglich begonnen werden“, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

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