1. NRW
  2. Wuppertal

FDP-Pläne für eine „Kleine Oase“ stoßen in der BV auf Ablehnung

Pläne für den Stadtrand : BV will Kleine Höhe langfristig sichern

Die Kleine Höhe als „kleine Oase“? Der Vorschlag der FDP, aus dem Areal an der Stadtgrenze zu Velbert-Neviges ein Naherholungsgebiet zu machen, stößt in der Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg auf breite Ablehnung.

Erwartungsgemäß, schließlich hatte sich das Stadtteilgremium schon im April einstimmig dafür ausgesprochen, dass nicht nur die Forensik verhindert, sondern die Kleine Höhe langfristig gesichert werden soll. „Sie muss unter Schutz gestellt werden“, hatte es Hans-Joachim Lüppken damals formuliert.

Dass die Verwaltung das noch nicht weiter verfolgt habe, liege wohl eher an Corona, vermutet er jetzt. Dass der Status quo für die Kleine Höhe erhalten wird, sei schließlich das Ziel der BV seit Jahrzehnten.

In der Sitzung am kommenden Donnerstag – der letzten vor der Kommunalwahl – steht die Kleine Höhe deshalb nun schon wieder auf der Tagesordnung. Ein Antrag – diesmal von der SPD – hat den langfristigen Erhalt der Kleinen Höhe als Ziel. Vor allem aber soll die Verwaltung diesmal in die Pflicht genommen werden. Sie wird beauftragt – sobald die regionalplanerischen Voraussetzungen dafür vorliegen – „den Flächennutzungsplan der Stadt Wuppertal von gewerblicher Baufläche in landwirtschaftliche Fläche zu ändern“, so die SPD. Zuvor soll das Änderungsverfahren bei der Bezirksregierung beantragt werden.

Eine direkte Reaktion auf den Vorstoß der FDP. „Der ja in Widerspruch zu allem steht, was wir zuletzt entschieden haben“, sagt Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD). Sie habe „die Hände über den Kopf zusammengeschlagen“, äußert auch Cornelia Krieger von den Grünen Unverständnis über den Vorschlag der FDP.

Sascha Todtenhausen, der für die Freien Demokraten in der BV sitzt, kann die Aufregung allerdings nicht nachvollziehen. „Ich bin erstaunt über das Echo“, sagt Todtenhausen. Er sei auch gegen jedwede Bebauung und deshalb für den Antrag der SPD.

Damit habe die „Kleine Oase“, die seine Partei vorgeschlagen hat, aber nichts zu tun. Das lasse sich vereinbaren. „Es war nie die Rede von Disneyland oder Phantasialand“, weist Todtenhausen Kritik in dieser Richtung zurück.

Er räumt aber ein, dass er sich als Katernberger, der in der Nähe aufgewachsen ist, beim Thema Kleine Höhe mitunter in einer Zwickmühle befände. Als Nachfolger für den verstorbenen Michael Daemgen vor zwei Jahren in die BV gerückt, stimmte er in seiner ersten Sitzung – anders als sein Vorgänger und gegen die FDP-Linie – gegen die Forensik.

In der Sitzung im April, als sich die BV noch einmal geschlossen gegen die Forensik aussprach, fehlte er dann aber. „Aus Gründen“, wie er sagt. Das klare Votum der BV als Empfehlung für den Rat wurde aber bekanntlich hinfällig, weil die CDU-Fraktion ihre Meinung änderte und gegen die Forensik votierte.