Feuerwehr: Fast wie ein richtiger Notfall

Feuerwehr : Fast wie ein richtiger Notfall

Einsatz auf einem Firmengelände: Beim Jahresabschluss der Freiwilligen Feuerwehr ging es heiß her.

Auf dem Gelände des Cronenberger Traditionsunternehmens Romulus ruft ein offensichtlich Verletzter um Hilfe, während aus einem Tankwagen ebenso Rauch dringt wie aus der angrenzenden Fabrikhalle. Das war das dramatische Szenario am frühen Samstagnachmittag. Zum Glück nur als Gegenstand der Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg, die aus den geschilderten Vorfällen und den sich daraus ergebenden Herausforderungen die richtigen Schlüsse ziehen und die Rettung von Personen und Material schnell und zuverlässig erledigen sollte.

„Die Einsatzkräfte wissen, wie auch im Ernstfall, nicht, was sie vor Ort erwartet“, erklärte Oberbrandmeister Pascal Müller, der in der Leitstelle saß und erlebte, wie wenige Minuten nach dem Alarm zunächst Ersthilfe bei dem Verletzten geleistet wurde.

Das erste Löschfahrzeug rückte kurz darauf an, wobei bei näherem Hinsehen eine offensichtlich ohnmächtige Person im Führerhaus des Tankwagens entdeckt und geborgen wurde. Hierbei handelte es sich übrigens um einen „Dummy“, der leblos auf eine fahrbare Trage gelegt wurde.

Unterdessen versuchten weitere Feuerwehrleute, sich Einlass in die brennende Lagerhalle zu verschaffen. Ausgerüstet mit Atemschutzgeräten krochen sie durch eine Öffnung am Rolltor ins Innere der Halle und fanden dort zwei weitere Verletzte, die gleichfalls direkt vor Ort von Fachkräften des Arbeiter-Samariterbundes versorgt und bei einer eventuell nötigen Einlieferung in ein Krankenhaus auch mit einer „Patientenanhängetasche“ versehen wurden.

Zwischenzeitlich war auch ein Leiterwagen vor Ort, der seine 30 Meter lange Drehleiter weit ausfuhr und von oben den Brand zu löschen versuchte, während „Bodenkräfte“ rund dem den Tankwagen einen Schaumteppich gelegt hatten, wobei das Wasser aus dem Hydranten mit einer mitgebrachten Flüssigkeit aus gelben Behältern versetzt wurde.

Der erste Verletzte, der plötzlich „durchdrehte“ und in die brennende Lagerhalle rennen wollte, war wirkungsvoll beruhigt worden.

40 Rettungskräfte mit fünf Fahrzeugen hatten den gefährlichen Brand relativ schnell unter Kontrolle, und es entstand stets der Eindruck, dass jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr wusste, was zu tun war.

Die mächtigen Schläuche, mit deren Hilfe man dem Brand von mehreren Seiten aus zu Leibe gerückt war, konnten wieder eingerollt werden, die Löschfahrzeuge wieder abrücken. Und nur Lisa Marie, eine der Verletzten im Inneren der Halle, hustete noch mächtig. Sie hatte nämlich tatsächlich bis zu ihrer Rettung einiges von dem dicht wabernden Qualm abbekommen.

„Wenn man bedenkt, dass bei einem so gefährlichen Vorfall die dreifache Menge von Einsatzkräften vor Ort sein muss, hat das alles bestens geklappt“ beurteilte Pressesprecher Lukas Kittler das Geschehen.

Dass es vielleicht doch noch Feinheiten zu verbessern gibt, dürfte beim Studium der gesamten Abläufe zu sehen sein. Denn die wurden von einer Drohne, die über allem schwebte, gefilmt.

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