Fast 40 junge Bands rocken die Uni-Halle

Fast 40 junge Bands rocken die Uni-Halle

Rund 3500 Zuschauer kamen in die Uni-Halle, um die 30. Auflage des Schülerrockfestivals zu erleben. Und die Halle bebte.

Wuppertal. Das hat gerockt: Sechs Stunden geballte Musik, fast 40 Bands und rund 3500 Zuschauer. Das 30. Schülerrockfestival war ein voller Erfolg. Von Rock bis Pop, von Hip Hop bis Heavy Metal — die verschiedensten Musikgenres fanden am Samstag ihren Weg auf die Bühne der Uni-Halle an der Albert-Einstein-Straße. Insgesamt 39 Schüler- und Jugendbands aus Wuppertal, dem Bergischen Land, Düsseldorf, Bayern und sogar Frankreich trugen mit ihren Auftritten dazu bei, dass das größte Live-Konzert der Stadt die Halle zum beben brachte.

Foto: Andreas Fischer

Neben dem 30-jährigen Bestehen feierte das größte Nachwuchs-Rockfestival Deutschlands auch eine Premiere: Man setzte auf bergische Akzente und ging vermehrt mit Bands aus Remscheid, Solingen, Radevormwald oder Gummersbach an den Start.

Für das junge Wuppertaler Duo „M&M’s“ war es der erste richtig große Auftritt. Deswegen waren die beiden 15-jährigen Schülerinnen Maya Crede und Milena Stamatiadou-Alberti, die selbst Lieder schreiben, aber auch bekannte Pop-Songs covern, vor dem Gang auf die Bühne richtig nervös. „Ich war so aufgeregt und habe gezittert, dass ich mich am Mikro richtig festgekrallt habe“, gesteht Milena. Und Maya sagt, dass sie sich vor Aufregung auf der Gitarre verspielt habe.

Doch zu sehen und zu hören war davon nichts. Das Publikum tobte und klatschte und rief nach dem Auftritt der beiden Mädchen sogar nach einer Zugabe.

Veranstalter und Vorstand des Wuppertaler Rockrojekts Kalle Waldinger war auf das Duo über einen WZ-Artikel aufmerksam geworden. Maya: „Nachdem im September über unseren Auftritt beim Stadtteilprojekt Oase Oberbarmen berichtet wurde, kontaktierte uns Kalle. Daraufhin durften wir zum Casting für’s Festival und dann auch auftreten.“

Während „M&M“’s eher sanfte Töne anschlugen, brachten die Heavy Metal Bands „Anarchy on the Moon“ aus Barmen, „Voidemolition“ aus Remscheid und „Simplex“ aus Düsseldorf Eltern und Großeltern dazu, aus der Halle zu flüchten. Mit handfesten Gitarrenriffs und harten Drum-Beats brachten sie die verbliebene Menge vor der Bühne zu exzessivem Headbangen und wilden Tanzeinlagen.

Politisch engagiert zeigte sich die Elberfelder Rockband „The Boom“. Mit ihrem Lied „Kein Mensch ist illegal“ thematisierten sie die aktuelle Flüchtlingspolitik und brachten sie musikalisch ins Gespräch.

Die Wuppertaler Band „21 Gramm“ geht nach dem Schülerrockfestival sogar auf große Frankreich-Tour. Seit gestern treten die fünf Poprocker unter anderem in Straßburg, Paris, Marseille und Toulouse auf.

Besonders heiß erwartet wurden erstmals in der Uni-Halle die bayrischen Punker „Itchy Poopzkid“, die bereits sechs Alben aufgenommen haben und über 800 Konzerte in ganz Europa spielten.

Ein weiterer Top-Act des Abends: Chima. Der aus Nigeria stammende Frankfurter Popkünstler war ebenfalls zum ersten Mal dabei und löste mit seinen Texten und seiner warme, ins Herz gehende StimmeGänsehaut aus.

Drei Jahrzehnte Schülerrockfestival — das bedeutet über 4000 junge Musiker auf der Bühne, 5000 ehrenamtliche Helfer und 90 000 Besucher. Und ganz viel Arbeit. Vor diesem Konzert hatte es über 500 Bewerbungen von Bands und Künstlern gegeben, die alle gesichtet werden mussten. „Auch die Organisation und die Aufbauarbeiten sind nicht zu unterschätzen. Jedes Mal nach dem Festival sagen wir, dass wir das nie wieder machen und fallen müde um“, scherzt Veranstalter Kalle Waldinger. „Aber die einzigartige Atmosphäre und die tollen Bands lassen uns den Stress vergessen und weiter machen.“

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