Familientreffen beim Barmer Winzerfest

Familientreffen beim Barmer Winzerfest

Weinkenner aus Wuppertal und Umgebung ließen sich die Spezialitäten schmecken. Viele Stammkunden kennen die Winzer persönlich.

Barmen. Von Freitagnachmittag bis Sonntagabend - traditionell am ersten Augustwochenende - versammelten sich Gourmets aus Wuppertal und Umgebung auf dem Barmer Johannes-Rau-Platz zum mittlerweile 35. Wuppertaler Weinkultursommer. Winzer und Weinerzeuger aus deutschen Anbaugebieten wie Mosel, Nahe, Rheinhessen und der Rheinpfalz schenkten bei bestem Sommerwetter über 200 Wein- und Sektspezialitäten sowie verschiedene Liköre für alle Geschmäcker an die durstigen Gäste aus. Das begleitende kulinarische Spektrum reichte von Käsespezialitäten über ofenwarme Brezeln bis hin zu Elsässer Flammkuchen.

Mit einer Tradition von bereits 35 Jahren ist die etablierte Veranstaltung über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und lockt auch Weinkenner aus der weiteren Umgebung nach Wuppertal. Viele Erzeuger kommen seit Jahrzehnten jedes Jahr nach Wuppertal und kennen ihre Stammgäste inzwischen persönlich.

Auch Alfred und Sabine sind alte Bekannte der teilnehmenden Winzer und haben die Gelegenheit genutzt, um ihre jährliche Bestellung beim Weinhaus Neumann aus Rheinland-Pfalz aufzugeben, darunter grauer und weißer Burgunder und ein herber Dunkelfelder. „Wir haben hier im letzten Jahr einen tollen Wein gefunden, von dem haben wir jetzt wieder nachbestellt“, erzählt Sabine.

„Ich finde es sehr schön, dass man hier die Möglichkeit hat, verschiedene Weine zu probieren, bevor man größere Mengen davon bestellt“, freut sie sich. Im Internet gehe so etwas nicht. „Wir bekommen hier immer eine tolle Beratung“, fügt Alfred hinzu. Sie haben gerade eine regelrechte Verkostung genossen — das gehöre bei Neumanns zum Service.

Auch beim Weingut Hoffmann seien sie Stammgäste, würden sogar regelmäßig Ausflüge auf das Weingut an der Mosel unternehmen, seit sie die Betreiber vor einigen Jahren auf dem Winzerfest kennengelernt haben.

Die Familie Hoffmann nimmt bereits seit den 90er Jahren am Barmer Winzerfest teil und beabsichtigt nicht, das in den nächsten Jahren zu ändern. „Wir betreiben hier Stammkundenpflege vor Ort“, so Paul Hoffmann, dessen Stand mit grün leuchtenden Reben dekoriert ist. Wichtig sei ihm auch die Neukundengewinnung, vor allem jüngeres Publikum.

Ein Favorit der Barmer Kundschaft sei der trockene Riesling Hochgewächs. „Trockene Weine werden immer beliebter“, sagt Hoffmann. Auch Bärbel aus Cronenberg hat sich einen kühlen trockenen Weißwein bestellt, dazu ein Glas Wasser. „Das ist genau das Richtige bei dem Wetter“, findet sie.

Über die konstant sommerliche Wetterlage freuen sich auch die Winzer. „Teilweise war es schon fast etwas zu heiß“, findet Kai Bamberger vom gleichnamigen Weingut an der Nahe. Die Stammkundschaft sei allerdings trotzdem da gewesen. Beliebt seien bei ihnen vor allem der Weißburgunder und der Spätburgunder Rosé.

Auch die Winzer untereinander seien inzwischen ein eingespieltes Team, betont Bamberger, der ebenfalls bereits seit 15 Jahren jedes Jahr nach Barmen kommt: „Wir organisieren alles auf eigene Faust. So trägt jeder seinen Teil dazu bei, dass es immer wieder ein gelungenes Wochenende wird.“

Begleitet wurde das bunte Treiben auf dem Rathausvorplatz von einem Bühnenprogramm. Den Auftakt im Anschluss an die Eröffnung am Freitag um 17 Uhr gab die Wuppertaler Coverband Riff, die wie schon im letzten Jahr mit bekannten Hits der letzten Jahrzehnte die Stimmung anzuheizen wusste.

Besucher wie Erzeuger freuen sich schon aufs nächste Jahr, wenn es in Barmen wieder heißt: Alle Gläser hoch! - hoffentlich bei genauso gutem Wetter.

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